ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

BG/BRG/BORG Kurzwiese

Jahresbericht des Schuljahres 2021/2022

Schule: BG/BRG/BORG Eisenstadt
KoordinatorIn: MMag. Reinold Cornelia
DirektorIn: Mag. Rojacz-Pichler Karin
Handlungsbereiche:
  • Natur erleben im Schulumfeld
  • Gestalten von Schul- und Freiräumen
Inhalt
Im Schuljahr 2021/22 fanden am BG/BRG/BORG Kurzwiese trotz pandemiebedingten Einschränkungen unterschiedliche Aktivitäten statt, die sowohl sozial als auch ökologisch waren. Dazu gehörten lebendige Tiere und Pflanzen im Biologieunterricht, eine Wildblumenwiese am Schulgelände, Exkursionen in den Wald, Tiergärten und den Nationalpark Kalkalpen, ein Bienen Schwerpunkt, Mülltrennung, gesunde Jause, Seifenherstellung, Gefahren und Schutz des Ökosystem Meer, Handyrecycling und Sammelaktion, alternative Energiequellen, Buddy-Klassen unterstützen die ersten Klassen, Kunstobjekte aus Recyclingmaterial, Teilnahme am ERASMUS+-Projekt mit dem Schwerpunkt Klimaschutz und Biodiversität sowie eine Sammelaktion für die Ukraine, bei der viele Personen an der Kurzwiese fleißig gespendet und geholfen haben. Beim Projekt Schutz der Biodiversität, wurde der aktuelle Stand bedrohter Arten und Lebensräume weltweit und in Österreich behandelt. Durch zwei Insektenhotels auf der Wildblumenwiese will die Kurzwiese einen kleinen Beitrag zum Schutz der Biodiversität in unmittelbarer Umgebung leisten und Schülerinnen und Schüler informierten über bedrohte Arten.
Insektenhotel der Kurzwiese Insektenhotel der Kurzwiese
Plakat Bedrohte Arten 1 Plakat Bedrohte Arten 1
Plakat Bedrohte Arten 2 Plakat Bedrohte Arten 2
Plakat Bedrohte Arten 3 Plakat Bedrohte Arten 3
Plakat Bedrohte Arten 4 Plakat Bedrohte Arten 4
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 3

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
Natur in der Schule
Im Biologieunterricht stellten SchülerInnen und Schüler ihre Haustiere vor und nahmen diese auch in den Unterricht mit. In den Biologiesälen werden von den Schülerinnen und Schüler die Zimmerpflanzen gepflegt und auch Gemüsepflanzen angebaut. Die Versorgung des Aquariums, der Stabheuschrecken und der neu eingezogenen Achatschnecken erfolgt auch mit der Hilfe der Schülerinnen und Schüler. Auf der Wildblumenwiese wurden Insekten beobachtet und bestimmt. Das Nistverhalten der Turmfalken konnte von den Fenstern des Biologiesaales gut beobachtet werden. Am Schulgelände wurden drei größere Bäume gepflanzt, durch Spenden von Lehrkräften und dem Elternverein.

Ökologische Exkursionen
Bei der NAWI-Projektwoche im Nationalpark Kalkalpen konnten die Schülerinnen und Schüler die dortigen Ökosysteme und darin vorkommende heimische Tiere und Pflanzen mittels Führungen durch Ranger kennenlernen. Mehrere zweite Klassen konnten im Wald mit einer Waldpädagogin das Ökosystem Wald erleben und so das im Unterricht gelernte in der Natur sehen. Neben dem Wissenserwerb gab es auch spielerisches Teambuilding. Mehrere Schulklassen besuchten den Tierpark Herberstein und den Tiergarten Schönbrunn, dort wurde auf den Artenschutz aufmerksam gemacht.

Bienen
In den zweiten Klassen war ein größeres Thema Bienen. Dabei wurde besonders auf deren Schutz und ihre Bedeutung für die Menschen eingegangen und eine Imkerin gab einen Einblick in die Bedeutung und Haltung von Bienen.

Mülltrennung und Heizung
In allen Räumen befinden sich mehrere beschriftete Abfalleimer zur Mülltrennung. Die Heizung des Schulgebäudes ist eine umweltfreundliche Fernwärme, die mit Hackschnitzeln betrieben wird.
Gesunde Jause und Apfeltag
Beim Schulbuffet gibt es Snacks aus Obst und Gemüse sowie vegetarische Alternativen und es gab dieses Jahr auch wieder die Möglichkeit einmal in der Woche kostenlos einen gesunden Apfel zu bekommen.

Seifenherstellung
Als Schulschlussprojekt wurden von Schülerinnen und Schülern selbst Seifen hergestellt, ohne Palmöl oder Plastikverpackung.

Ökosystem Meer
Im Wahlpflichtfach Biologie wurden unterschiedliche Themen zum Ökosystem Meer und dessen Gefährdung gemeinsam bearbeitet. Schwerpunkte waren die Tiefsee, die Probleme der dortigen Rohstoffgewinnung, Plastik und seine Auswirkungen auf das Ökosystem Meer und seine Lebewesen, speziell Korallenriffe, dabei wurden auch Ideen zur Plastikvermeidung und Umgang mit Plastikmüll gesammelt.

Handyrecycling
Im Rahmen der Sammelaktion des Jane Goodall Institutes Wien wurden etwa 100 alte Handys und Smartphones von den Schülerinnen und Schülern mehrerer dritten Klassen gesammelt. Die Geräte werden recycelt, um daraus Rohstoffe zu erhalten und die Umweltzerstörung zu reduzieren.

Alternative Energiequellen
In Physik recherchierte und präsentierte eine vierte Klasse in Gruppenarbeiten alternative nachhaltige Energiequellen und sammelte Ideen, wie man den Straßenverkehr umweltfreundlicher machen kann.

Buddy-Klassen
Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklassen waren am Schulanfang Buddys für die ersten Klassen, um diesen den Einstieg in den Schulalltag zu erleichtern, erklärten sie Abläufe und das Gebäude.

Kunstprojekte
Kunstobjekte aus Naturmaterialien oder aus recycelten Materialien wurden von Klassen im Kunst- und Werkunterricht geschaffen.

Teilnahme am ERASMUS+ - Projekt
Schülerinnen und Schüler bereisten im Rahmen des Projektes Frankreich, Italien und Norwegen. In Frankreich gab es unter dem Motto „Klimaschutz und Biodiversität“ gemeinsame Workshops zu den Themen sowie Projekte und Gespräche mit Klimaaktivisten und einen EU-Abgeordneten. So erlangten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Rumänien, Italien und Österreich einen Einblick in bereits durchgeführte Klimaschutzmaßnahmen und sie informierten sich gegenseitig über die Biodiversität und deren Schutz in ihrem jeweiligen Land bzw. ihrer Region. Durch den Austausch konnte Wissen über die Biodiversität in unterschiedlichen Ländern miteinander geteilt werden.

European Parliament Ambassador School Together 2022
Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches GSPB nahmen an dem grenzüberschreitenden Jugendevent neben Vertreterinnen und Vertretern aus Kroatien, Slowenien, Slowakei und Ungarn in Zagreb teil. In Workshops wurde die Arbeit von Botschaften nähergebracht und Abgeordnete des Europäischen Parlaments standen zu Gesprächen zur Verfügung.

Sammelaktion für die Ukraine
Anfang März gab es eine Sammelaktion an Spenden für die Ukraine in der Schule. Es wurden viele Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Windeln und Nahrung für Babys gespendet, die von hilfsbereiten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen in Kisten verpackt und in die Ukraine gebracht wurden.

Maßnahme im Detail

Beschreibung der Maßnahme
Schutz der Biodiversität
Biodiversität ist eng verbunden mit anderen Themen, wie dem Klimawandel, Rohstoffgewinnung oder Bodenversiegelung. Im Wahlpflichtfach Biologie war ein Themenschwerpunkt Artenschutz bedrohter Arten und Biodiversität. Es wurden gemeinsam Gründe für den Biodiversitätsverlust sowie Möglichkeiten diesen zu reduzieren bearbeitet. Weiters wurde thematisiert, was passiert, wenn eine Schlüsselart nicht mehr vorhanden ist und wie die Situation weltweit und speziell in Österreich ist. Mithilfe der IUCN-Liste bedrohter Arten recherchierten die Schülerinnen und Schüler selbst gewählte bedrohte Tierarten. Zu diesen gestalteten sie Informationsplakate und erstellten dazu QR-Codes, unter denen man die Informationen sowie Videos oder Fotos zu diesen Tieren abrufen kann. Die Informationen und QR-Codes wurden in der Schule ausgestellt, damit das Interesse an dem Thema bei anderen Schülerinnen und Schülern geweckt wird. Neben dieser Recherche wurde der Schutz der Biodiversität weltweit mithilfe von Dokumentationen veranschaulicht und bei Diskussionsrunden besprochen. Dabei wurden auch Ideen für mögliche Lösungen bzw. Hilfen für den Schutz der Biodiversität gemeinsam erarbeitet. Daraus entwickelten sich mehrere Ideen für zukünftige Projekte, wie ein Informationsprojekt für Unterstufenklassen oder eine Sammelaktion für die Unterstützung des Regenwaldes.
Ein zweiter Schwerpunkt im Projekt war die Situation der Biodiversität und ihres Schutzes in Österreich. Dazu wurden die unterschiedlichen Schutzregionen in Österreich, wie Nationalparks, Europaschutzgebiete, Naturparks, Wildnisgebiete, Natura 2000-Gebiete und ähnliche besprochen, sowie die Rolle des Klimawandels in Österreich, speziell dessen Auswirkung auf die Region Neusiedlersee Seewinkel. Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler unternahm mit ihrer Klasse am Schulende auch eine Exkursionswoche in einen Nationalpark. Bei der Auflistung der gefährdeten Arten in Österreich sind Insekten eine große Gruppe, darum wurden für diese zwei Insektenhotels am Schulgelände am Rand der Wildblumenwiese aufgestellt. Diese sollen beispielsweise als Nisthilfe für Wildbienen oder Überwinterungsquartier für Insekten dienen. Dadurch wird gezeigt, dass jede Person in ihrer Umgebung direkt Artenschutz betreiben und somit die Biodiversität fördern kann. Damit dient die Aufstellung der Insektenhotels nicht nur als Anschauungsobjekt im Unterricht und Förderung der Biodiversität am Schulgelände, sondern auch als leicht umsetzbares Beispiel mit Vorbildwirkung.

Handlungsbereiche
Natur erleben im Schulumfeld, Gestalten von Schul- und Freiräumen

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
21

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Es wurde auf eine gendergerechte Sprache geachtet, als Bestandteil der Geschlechtergleichstellung.

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Einige Schülerinnen und Schüler konnten die Informationen im Rahmen des ERASMUS-Projektes nutzen und in ihre Präsentationen einarbeiten und diese den anderen Ländern präsentieren.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Zu ausgewählten bedrohten Arten wurden Informationsplakate erstellt und diese mithilfe von QR-Codes in der Schule für andere Schülerinnen und Schüler zugänglich gemacht. Die Informationen zur Biodiversität in Österreich und dem Burgenland wurden für das ERASMUS-Projekt genutzt.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Die Schülerinnen und Schüler wollen mehr aktiv für den Artenschutz unternehmen und es wurden Pläne für das nächste Schuljahr ausgearbeitet. So soll durch den Verkauf von selbst hergestellten Süßigkeiten Geld gesammelt werden, um damit den Regenwald und seine Aufforstung zu unterstützen. Die beteiligten Lehrpersonen reflektierten untereinander das Projekt und besprachen Verbesserungsmöglichkeiten sowie weitere Projektideen.

Diese Maßnahme / dieses Projekt war ein Beitrag zu unserem Jahresziel "..."
Voneinander lernen

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Das Bewusstsein für den Artenschutz und den Erhalt der Biodiversität sowie deren Bedeutung wurde bei den Schülerinnen und Schülern sensibilisiert und einige wollen mehr aktiv dafür unternehmen. Es gab bereits Planungen für Projekte im nächsten Schuljahr. Im Herbst werden die Insektenhotels auf ihre Belegung hin kontrolliert. Falls dieser Standort von den Insekten angenommen wird, werden eventuell noch weitere Nisthilfen am Gelände angebracht.

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Es wird hoffentlich durch die Insektenhotels eine größere Biodiversität unter den Insekten am Schulgelände geben. Das Bewusstsein für die Bedrohung und den Schutz der Biodiversität soll gefördert werden.

Wo liegen unsere Stärken?
Kreativität und Flexibilität in der Zusammenarbeit.

Netzwerke
Unsere Schule ist auch noch Mitglied von anderen Netzwerken
Erasmus+

Weitere Netzwerke
MINT, e-Education