ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Wurmkiste - Bodenständig lernen

Schule: Mittelschule Rohrbach-Berg
KoordinatorIn: Prof. DI Veit Martin
DirektorIn: Schulleiter APS Rohrbach Indra Hans-Peter
Inhalt
Im Projekt „Wurmkiste – Bodenständig lernen“ bauen und pflegen Schülerinnen und Schüler eigene Wurmkisten. Sie beobachten Bodenorganismen, füttern die Würmer und erfahren, wie Küchenabfälle in wertvollen Kompost verwandelt werden. Das Projekt vermittelt praxisnah Kreislaufwirtschaft, Verantwortung und Nachhaltigkeit und fördert die Kooperation innerhalb der Schule und darüber hinaus.
Wurmkiste mit frischem Futter

Wurmkiste mit frischem Futter

Die Wurmkisten werden "gestartet"

Die Wurmkisten werden "gestartet"

Kontrolle des Wurmbestandes

Kontrolle des Wurmbestandes

Station zur Wurmfütterung beim Projekttag "Rund ums Essen".

Station zur Wurmfütterung beim Projekttag "Rund ums Essen".

Viele fleißige Hände damit es viele Würmer und Humus gibt.

Viele fleißige Hände damit es viele Würmer und Humus gibt.

Maßnahme im Detail
Beschreibung der Maßnahme
Im Rahmen der ÖKOLOG-Aktivitäten an unserer Schule wurde im Schuljahr ein praktisches Umweltprojekt mit dem Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung umgesetzt: die Einführung von Wurmkisten zur Kompostierung von organischen Abfällen.
Die Wurmkisten wurden im Werkunterricht der Mittelschule Rohrbach gemeinsam von Schülerinnen und Schülern hergestellt. Dabei lernten die Kinder handwerkliche Grundfertigkeiten ebenso wie den fachgerechten Umgang mit Materialien. Die fertigen Kisten wurden in den ÖKOLOG-Stunden von drei engagierten Schüler*innen mit Leinöl-Firnis gestrichen, um sie haltbar zu machen, und anschließend mit Kompostwürmern besiedelt.
Eine der Kisten wurde an das BRG Rohrbach übergeben, wodurch eine schulübergreifende Kooperation entstand. Am Projekttag wurden Würmer aus bereits aktiven Kisten übersiedelt, um die neue Wurmkiste des BRG zu starten.
Das Projekt verbindet handwerkliches Arbeiten, naturwissenschaftliche Beobachtung und praktischen Umweltschutz. Es ist so angelegt, dass es auch in den kommenden Jahren fortgeführt und erweitert werden kann.
Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
150
Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Das Projekt „Wurmkiste“ wurde in das Gemeinschaftsprojekt „Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme“ eingebettet, an dem mehrere Schulen der Stadt Rohrbach beteiligt waren.
Durch diese Kooperation entstanden wertvolle Kontakte zu regionalen Bildungspartnern, Vertreter*innen der Politik sowie zu den Organisator*innen des Ernährungsprojekts. Die Wurmkiste diente als anschauliches Beispiel für Kreislaufdenken und nachhaltige Ressourcennutzung.
Die Zusammenarbeit mit dem BRG Rohrbach – dem eine der selbstgebauten Kisten übergeben wurde – stärkte die Verbindung zwischen den Schulen. Außerdem unterstützten Anbieter von Wurmkisten und Materialien zur Kompostierung das Projekt fachlich. Die Kooperation zwischen den Jahrgängen innerhalb der Schule (1.–2. Klassen beim Mikroskopieren, ältere Klassen im Kochunterricht) förderte zusätzlich Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Die Wurmkiste wurde im Rahmen des Projekts „Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme“ öffentlich präsentiert. Bei dieser Veranstaltung, an der auch Vertreter*innen der Gemeinde und der Politik teilnahmen, erklärten Schülerinnen und Schüler den Besucher*innen die Funktionsweise der Wurmkiste und deren Beitrag zur Abfallvermeidung.
Zudem wurde das Projekt im Schulhaus sichtbar gemacht – durch Fotos, Infotexte und kleine Präsentationen. Auch auf der Schulhomepage und in der lokalen Presse (MeinBezirk-Artikel über das Rohrbacher Schulprojekt) wurde darüber berichtet. Weiters wurde die Wurmkiste beim der offiziellen Schuleröffnung mit über 1000 Besuchern präsentiert.
Durch diese Öffentlichkeitsarbeit wurde das Projekt über die Schule hinaus bekannt und als gelungenes Beispiel für praktische Nachhaltigkeit wahrgenommen.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Die Reflexion erfolgte laufend in den beteiligten Klassen und in den ÖKOLOG-Stunden. Die 1. und 2. Klassen beobachteten Bodenorganismen unter dem Mikroskop und hielten ihre Erkenntnisse fest, während die älteren Klassen im Kochunterricht diskutierten, welche Abfälle sich für die Fütterung eignen und wie sich das Gleichgewicht in der Kiste erhält.
Die drei Schüler*innen, die für Aufbau, Streichen und Besiedelung verantwortlich waren, dokumentierten den Verlauf und teilten ihre Erfahrungen. Am Schuljahresende wurde gemeinsam reflektiert, welche Aspekte besonders gut funktionierten und wo noch Verbesserungspotenzial besteht. Besonders positiv fiel auf, dass zwei Schüler*innen die Wurmkisten auch während der Sommerferien zuverlässig betreuten.
Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Die Wurmkiste machte ökologische Zusammenhänge im Alltag erlebbar. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren unmittelbar, wie Abfälle zu wertvollem Humus werden und wie wichtig Bodenorganismen für das ökologische Gleichgewicht sind.
Das Thema Abfallvermeidung hat durch die Maßnahme einen festen Platz im Unterricht und im Bewusstsein der Schulgemeinschaft erhalten. Durch den Bau der Kisten im Werkunterricht wurde außerdem das handwerkliche Lernen mit Umweltbildung verbunden. Die Übergabe einer Kiste an das BRG Rohrbach stärkte den schulübergreifenden Austausch und inspirierte weitere Initiativen.
Wo liegen unsere Stärken?
Unsere Stärken liegen in der Kombination von Theorie und Praxis sowie im hohen Engagement der Schülerinnen und Schüler. Die Altersdurchmischung, die Verbindung von Werk-, Koch- und ÖKOLOG-Unterricht und die Eigenverantwortung der Beteiligten zeigen die Vielseitigkeit unseres Ansatzes.
Die selbstständige Betreuung der Würmer über die Ferien hinweg und die Übergabe einer Kiste an eine andere Schule verdeutlichen unser Verantwortungsbewusstsein und unseren Gemeinschaftssinn. Zudem gelingt es unserer Schule, Nachhaltigkeitsthemen mit konkretem Handeln zu verbinden und dadurch greifbar zu machen.
Welche weiteren Maßnahmen/Projekte wurden im Schuljahr durchgeführt?
Neben der Wurmkiste wurden im Schuljahr weitere ÖKOLOG-Aktivitäten umgesetzt, die sich thematisch an Nachhaltigkeit, Ernährung und Bodenleben anlehnen. Dazu gehörten Unterrichtseinheiten zu „Boden als Lebensraum“, praktische Experimente mit Komposterde, Mikroskopieübungen sowie Aktionen zur Müllvermeidung im Schulalltag.
Diese Projekte ergänzen sich gegenseitig und tragen zu einem ganzheitlichen Verständnis von Umweltbewusstsein und nachhaltiger Lebensweise bei.