ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Wertschätzen statt verschwenden

Schule: HLW Hartberg
KoordinatorIn: Thaler Vanessa, BEd
DirektorIn: Mag. Meringer Johannes, MEd
Inhalt
1 Million Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in Österreich im Müll, das ist ein LKW-Stau von Wien bis Mailand. Genau diese Zahl war der Einstieg in einen Workshop, der bei vielen Schüler*innen erst einmal für Staunen und dann für echtes Nachdenken sorgte.

Statt trockener Theorie gab es einen sehr greifbaren Zugang. Eine Kollegin, die ehrenamtlich im Verein foodsharing tätig ist, brachte Lebensmittel mit, die sonst innerhalb eines einzigen Tages in einem Lebensmittelbetrieb entsorgt worden wären. Plötzlich wurde sichtbar, was normalerweise unsichtbar bleibt und diese Menge hat viele regelrecht überrascht.

Auch eine Umfrage sorgte für Aha-Momente, denn die meisten tippten auf den Handel als Hauptverursacher. Tatsächlich entstehen rund 40 % der Lebensmittelabfälle aber in privaten Haushalten, direkt dort, wo wir täglich entscheiden, was im Müll landet und was nicht.

Im Workshop wurde nicht nur geredet, sondern ausprobiert, verkostet und kreativ weitergedacht:. Wie kann man Lebensmittel sinnvoll verwerten? Woran erkennt man, ob etwas noch gut ist? Und wie viel Gutes steckt eigentlich noch in dem, was oft vorschnell weggeworfen wird?

Am Ende blieb vor allem eines hängen. Lebensmittelverschwendung passiert nicht irgendwo, sie passiert im Alltag. Und genau dort kann man auch anfangen, etwas zu verändern.
Verkostung aus geretteten Lebensmitteln

Verkostung aus geretteten Lebensmitteln

Unter allen Schüler*innen und Lehrpersonen wurden die geretteten Produkte aufgeteilt

Unter allen Schüler*innen und Lehrpersonen wurden die geretteten Produkte aufgeteilt

Schüler*innen dürfen Lebensmittel retten

Schüler*innen dürfen Lebensmittel retten

Aus Vorräten zaubern

Aus Vorräten zaubern

Ideen für Gerichte

Ideen für Gerichte

Umfrage: Wer wirft am meisten weg?

Umfrage: Wer wirft am meisten weg?

Verkostung aus geretteten Lebensmitteln

Verkostung aus geretteten Lebensmitteln

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

Gerettete Lebensmittel aus einem Betrieb an einem Tag

"mindestens haltbar" oder "verbrauchen bis"

"mindestens haltbar" oder "verbrauchen bis"

Lebensmittel werden "fair"teilt

Lebensmittel werden "fair"teilt

Wertschätzen statt verschwenden

Wertschätzen statt verschwenden

Maßnahme im Detail
Beschreibung der Maßnahme
Im Rahmen eines Projekts zur Bewusstseinsbildung rund um das Thema Lebensmittelverschwendung wurde ein umfassender Workshop durchgeführt, der sich mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und den dafür eingesetzten Ressourcen beschäftigte.
Ziel war es, den Schüler:innen die Dimensionen von Lebensmittelabfällen näherzubringen und gleichzeitig konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Durchgeführt wurde das Projekt von einer Kollegin, die sich ehrenamtlich beim Verein Foodsharing engagiert. Sie brachte Lebensmittel mit, die an einem einzigen Tag in einem Lebensmittelbetrieb im Müll gelandet wären. Allein die Menge wirkte auf zahlreiche Schüler:innen schockierend und machte die Problematik greifbar.

Eine Umfrage wurde durchgeführt, bei der die Teilnehmer:innen einschätzen sollten, in welchem Bereich die meisten Lebensmittelabfälle entstehen: Industrie, Gastronomie, Handel, privater Haushalt oder Landwirtschaft. Die Mehrheit vermutete fälschlicherweise den Handel als Hauptverursacher. Tatsächlich entfallen jedoch rund 40 % der Lebensmittelabfälle auf private Haushalte, ein Ergebnis, das viele überraschte und zum Nachdenken anregte.

Gemeinsam wurden Ideen gesammelt, wie gerettete Lebensmittel sinnvoll weiterverwendet werden können. Dabei standen kreative Ansätze im Vordergrund, etwa das Kochen neuer Gerichte oder das Haltbarmachen durch Konservierung.
Ein praktischer Teil des Workshops beinhaltete die sensorische Prüfung von Lebensmitteln. Säfte wurden anhand von Sehen, Riechen und Schmecken beurteilt, um festzustellen, ob sie noch genießbar sind. Auch Gebäck wurde aufgeschnitten und zur Verkostung an die Teilnehmenden verteilt.

Am Ende des Tages wurden alle geretteten Lebensmittel fair unter den Schüler:innen und Lehrpersonen aufgeteilt. Ziel war es, sicherzustellen, dass die Produkte zeitnah verbraucht werden und nicht im Müll landen.

Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Aufklärung und praktische Erfahrung sind, um ein nachhaltigeres Verhalten im Umgang mit Lebensmitteln zu fördern.
Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
179
Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Im Rahmen des Projekts bestand eine Kooperation mit dem Verein foodsharing, vertreten durch die ehrenamtliche Mitarbeiterin Denise Kranycan. Darüber hinaus wurden Informations- und Unterrichtsmaterialien vom Kooperationspartner Landschaftleben zur Verfügung gestellt.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Die Maßnahme wurde im Rahmen eines interaktiven Workshops direkt an der Schule präsentiert. Durch das Sichtbarmachen der geretteten Lebensmittel, praktische Verkostungen sowie die aktive Einbindung der Schüler*innen wurde das Thema Lebensmittelverschwendung greifbar vermittelt.

Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgte durch die Dokumentation des Workshops in Form eines Berichts für die Schulhomepage bzw. schulinterne Informationskanäle.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Die Reflexion und Evaluation der Maßnahme erfolgte durch gemeinsame Diskussionen während und nach dem Workshop. Die Reaktionen der Schüler zeigten, dass insbesondere die große Menge an geretteten Lebensmitteln sowie die vorgestellten Zahlen und Fakten einen nachhaltigen Eindruck hinterließen.
Durch die aktive Mitarbeit bei der Umfrage, den Gesprächen über Ursachen und Folgen von Lebensmittelverschwendung sowie die Entwicklung eigener Ideen zur Weiterverwendung von Lebensmitteln wurde deutlich, dass sich die Teilnehmer intensiv mit dem Thema auseinandersetzten.

Die hohe Beteiligung an den praktischen Übungen und die positiven Rückmeldungen der Schüler*innen und Lehrpersonen bestätigten den Erfolg des Workshops. Die abschließende Verteilung der geretteten Lebensmittel zeigte zudem, dass die vermittelten Inhalte unmittelbar in die Praxis umgesetzt wurden.
Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Das Bewusstsein der Schüler*innen und Lehrpersonen für den Wert von Lebensmitteln und die Problematik der Lebensmittelverschwendung wurde gestärkt. Viele Teilnehmer*innen zeigten sich überrascht über das Ausmaß der Lebensmittelabfälle und reflektierten ihr eigenes Konsum- und Wegwerfverhalten.
Der Workshop regte dazu an, Lebensmittel bewusster zu nutzen, deren Genießbarkeit genauer zu prüfen und kreative Möglichkeiten der Weiterverwendung in Betracht zu ziehen. Darüber hinaus wurde das Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung stärker in den Schulalltag eingebracht.
Wo liegen unsere Stärken?
Unsere Stärke liegt in der praxisnahen Vermittlung von Nachhaltigkeitsthemen. Durch die Zusammenarbeit mit einer ehrenamtlich engagierten Kollegin im Verein foodsharing und die aktive Einbindung der Schüler*innen wurde das Thema Lebensmittelverschwendung anschaulich und lebensnah vermittelt. Die Verbindung von Wissen, praktischen Erfahrungen und konkreten Handlungsmöglichkeiten förderte nachhaltiges Lernen und stärkte das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln.
Welche weiteren Maßnahmen/Projekte wurden im Schuljahr durchgeführt?
Weitere Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung im Bereich Lebensmittelwertschätzung und nachhaltiger Ressourcennutzung fanden im Schuljahr ebenso ihren Platz.

In der letzten Küchen- und Restaurantmanagement-Einheit der 3 HLW stand das Thema „Aus Vorräten zaubern“ im Mittelpunkt. Die Schüler*innen entwickelten eigenständig Menüs aus den im Lebensmittellager vorhandenen Zutaten und setzten diese praktisch um. Dabei entstanden ein Brotkranz, Zucchinicremesuppe, eine vegane Tofu-Bowl sowie veganer Kaiserschmarrn mit Mangosauce und Vanilleeis. Ziel war es, vorhandene Lebensmittel sinnvoll zu verwerten und kreative Lösungen für die Resteverwertung zu finden.

Auch im Culinarium, der schuleigenen Betriebsküche, wurde das Thema Lebensmittelwertschätzung aufgegriffen. Unter dem Motto „Don't Waste Food“ wurden vor Beginn der Sommerpause die noch vorhandenen Lagerbestände sinnvoll verarbeitet. Die Schüler*innen bereiteten daraus Gerichte für rund 60 Gäste zu und setzten damit ein praktisches Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung.