ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Boden effektiv – was ein gesunder Boden braucht

Schule: Integratives Montessori Atelier - Volksschule und Sekundarstufe
KoordinatorIn: Pregetter Martin
DirektorIn: Haas Karin
Inhalt

Bereits im Schuljahr 2009/2010 wurde damit begonnen, im Schulgarten Gemüse anzupflanzen. Im darauf folgenden Schuljahr wurde dann auch eine Naschhecke gepflanzt. Pflanzen, die normalerweise stark wachsen, wie z.B. Topinambur erreichten nur geringe Wuchshöhe. Grund dafür war primär die schlechte Bodenqualität. Der Boden war und ist stark verdichtet, teilweise befinden sich Beton und Schutt unter einer hauchdünnen Humusschicht. Bei Grabungen konnten kaum Lebewesen im Boden entdeckt werden.

Mit dem Projekt "Boden effektiv" wurde daher mit den SchülerInnen der Boden nachhaltig und auf natürliche Art und Weise verbessert, um die Fruchtbarkeit zu steigern - unabhängig davon, ob Gemüsebeet, Gewächshaus, Wald oder Wiese.
Dies geschah kaum durch manuelles Umgraben, sondern größtenteils durch Aussäen von Pflanzensamen mit Stickstoff-Speicherung und Bodenlockerungsfunktion: Lupinen, Klee, Ackerbohne.

Altbekannte Mittel, wie z.B. das Kalken oder Gießen mit Brennesseljauche, kamen auch zum Einsatz. Es wurden auch Lebewesen - vor allem Regenwürmer - vorsichtig aus den eigenen Komposthaufen in den Boden eingebracht.
Die Kinder und Jugendlichen lernten darüber hinaus den richtigen Umgang und die Einsatzgebiete von "effektiven Mikroorganismen" (EM) kennen. Diese spezielle EM-Mischung, die regenerative Prozesse unterstützt und fäulnisbildende Prozesse unterdrückt, wurde von der Bio-Ladenbesitzern Merle Weber vorgestellt. Seither werden EM bei uns im Garten mit großem Erfolg eingesetzt, außerdem werden sämtliche Nassbereiche wie Küche, WC und Gewächshaus vor giftigem Schimmel auf natürliche Weise geschützt.

Der Nährstoffmangel in den Wiesenbereichen zeigt heute erste Veränderungen durch das Mulchen des Grasschnitts. Es wurde nun seit über einem Jahr auf das Aufsammeln in der Grasfangbox verzichtet und der Schnitt einfach liegengelassen.
Mit der Errichtung des Gewächshauses, das vorwiegend aus alten Fensterscheiben, Holzkonstruktion und Steinen (zur Wärmespeicherung) errichtet wurde, konnte der Erntezeitpunkt vorverlegt werden. Die Kinder - nämlich sowohl Mädchen, als auch Burschen - planten und bauten zu einem maßgeblichen Teil selbst, was zwar eine relativ lange Bauphase mit sich brachte, aber dafür bis heute Stolz, Respekt und Nachhaltigkeit spüren lassen.

Während unseres Projekts wurde viel geforscht und in die Praxis umgesetzt. Seit dem Einsatz von Becherlupen stieg das Interesse für Bodenforschung, alle Erdproben und Bodenlebewesen wurden im wahrsten Sinn des Wortes unter die Lupe genommen. Auch unsere älteren SchülerInnen lernten den richtigen Umgang mit dem Mikroskop und waren vom Leben in der Erde beeindruckt.

Als abschließendes Highlight bleibt aber der Bodenworkshop mit Dominik Marchat in Erinnerung.
Er leitete einen äußerst wertvollen, altersübergreifenden Workshop, in dem theoretische und praktische Übungen vorgenommen wurden: Bodenproben, Bodenarten, Bodentypen, Zeigerpflanzen, Bodenbildung -Tiere im und auf dem Boden.

Am Projektende erhielten alle SchülerInnen eine BodenforscherIn-Urkunde, die vorgenommenen Projektziele wurden bei weitem übertroffen.

Sowohl in unseren täglichen Morgenkreisen, als auch bei Elternabenden, wurde unser gemeinsames Projekt ausreichend reflektiert und wurden immer wieder neue Schritte gesetzt.

Unser Garten erfuhr eine Wandlung von der "Gstettn" zur grünen Oase, was neben unseren Kindern auch immer mehr LehrerkollegInnen und Eltern zur aktiven Mitarbeit lockte. Wurden früher einmal - mit mittelmäßiger Begeisterung - jährlich Zierpflanzen zurechtgestutzt, wird heute mit Begeisterung gegartelt, verschönert, unter Bäumen geplaudert und nach natürlichen Boden-Verbesserungsmethoden gesucht.

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