ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Umgang mit Ressourcen mit Hauptaugenmerk auf Regenwaldrodung, Flächenverbrauch, Landraub u.v.m.

Jahresbericht des Schuljahres 2015/2016

Schule: HTL St. Pölten
KoordinatorIn: Dipl.-Ing. Karner Ferdinand
DirektorIn: Direktor DI Pfeffel Martin
Handlungsbereiche:
  • Einsparen von Ressourcen
  • Reduzieren von Emissionen
  • Gestalten von Schul- und Freiräumen
  • Gesundheitsförderung und gesunde Ernährung
  • Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld
Inhalt
Keine Beschreibung
Andrew Ogwal, Mitarbeiter von YES Andrew Ogwal, Mitarbeiter von YES
Schüler der 1AFET mit Gästen aus Uganda Schüler der 1AFET mit Gästen aus Uganda
Facebook-Freundschaften entstehen Facebook-Freundschaften entstehen
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 4

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
Außengestaltung – Begrünung der Außenbereiche in Kooperation mit der Baumschule Rath und der BOKU Wien – Verwendung eines Granulates zum Auffangen und längerfristigen Verwendung des Regenwassers.
ÖKOLOG-Bäumchen hat nun einen zentralen Platz am Schulgelände gefunden.
Teilnahme an der Aktion „Zusammen wachsen“ mit dem Jane Goodall Institut Austria anlässlich des „Tag des Baumes“ im März. Aufgrund der schulischen Aktivitäten wurden 55 Bäume in Uganda gepflanzt.
Ausstellung "Das Land, das wir uns nehmen" vom 22. Februar – 28. April 2016 – wurde von der HTL und HAK besucht.
1. Platz bei „Jugend gestaltet ihre Zukunft“.
Gäste aus Uganda – eine Biobäuerin und ein Sozialarbeiter hielten einen Workshop zum Thema Müll.
Vortrag von Hans Kandler: Leben ohne Strom im Regenwald.
Unsere Mensa erhielt das Österreichische Umweltzeichen.
Große Infoveranstaltung zum Thema: „Österreichisches Umweltzeichen in Großküchen“ in der HTL St. Pölten.
Abschluss der 2-jährigen Teilnahme am „tut gut“-gesundes Schulbuffet.
Weiterentwicklung des Raumluftprojektes und des „energieeffizienten Klassenraumes“.

Maßnahme im Detail

Bitte beschreiben Sie hier eine Maßnahme / ein Projekt näher. Diese Beschreibung wird als Inhaltsangabe Ihres Berichts verwendet.
In diesem Schuljahr wurde ein Schwerpunkt auf den Umgang mit Ressourcen mit Hauptaugenmerk auf Regenwaldrodung, Flächenverbrauch, Landraub, Konsumverhalten und der Müllproblematik gelegt:
Die 1AFET der Abteilung Elektrotechnik hatte das Glück im Rahmen des Naturwissenschaftunterrichts mit Gästen aus Uganda an einem von „Welthaus“ organisierten Workshop zu den Themen: Müll, Essen im Müll, funktionierendes Müllsammelsystem und Müllvermeidung in Österreich und Uganda teilzunehmen. Es besuchten uns die über 50 jährige Biobäuerin Josephine Lubyayi und der 24 jährige Sozialarbeiter Andrew Ogwal.
Josephine betreibt einen Bauernhof, der vielen anderen in ihrer Gegend in Uganda als Modell gilt: Hier wird nichts verschwendet, vieles wiederverwertet. Der Mist ihrer Kühe versorgt durch eine Mini-Biogaslage ihre Küche mit Energie und hilft den Bananen- und Kaffeepflanzen in ihrem Garten beim Wachsen. Josephine ist eine der Bäuerinnen, die am Landwirtschaftsprogramm der Caritas in Masaka teilnimmt. Sie ist stolz auf ihren großen Hühnerstall und die Milch, die sie täglich an die Molkerei der Caritas liefern kann und sie freut sich, dass sie jetzt mit Gas sauber kochen kann und die Küche nicht mehr völlig verrußt ist, vom Kochen mit Holz am offenen Feuer.
Andrew ermöglicht vielen armen Kindern in Uganda, dass sie gemeinsam mit ihm Fußball spielen dürfen. In den Pausen informiert er sie dann über wachsende Müllberge in ihrem Stadtteil. Der Sozialarbeiter ist einer der jungen motivierten Mitarbeiterinnen von YES (Youth Environment Service), die in der Grenzstadt Busia Antworten auf fehlendes Abfallmanagement und schlechte hygienische Bedingungen suchen. Mit originellen pädagogischen Methoden versucht YES die Menschen in den verschiedenen Stadtteilen zu mobilisieren um Abfall zu sammeln und wieder zu verwerten, Toiletten zu reinigen und verschmutzte Flächen in Gemüsegärten zu verwandeln. So entstehen aus Aluminiumresten neue Kochtöpfe, aus getrockneten Maiskolben Kohlebriketts und junge FußballspielerInnen werden zu engagierten UmweltaktivistInnen. YES ist eine Partnerorganisation der Dreikönigsaktion.
Die Schüler der 1AFET profitierten vom Erfahrungsbericht der beiden Gäste und den vielen praktischen Beispielen, die sie für uns dabei hatten. Sie staunten auch über den Umgang mit Abfall in Afrika und die Bemühungen daraus Positives zu gestalten. Außerdem lernten alle viel über dieses uns bis dahin völlig unbekannte Land am Viktoriasee, seine Wirtschaft und seine Bevölkerung.
Besonders Andrew, der sich sehr gut auf die Jugendlichen einstellen konnte, begeisterte die Burschen, manche sind jetzt sogar über Facebook mit ihm befreundet.
Weiters hatten wir vom 22. Februar – 28. April 2016 die Ausstellung "Das Land, das wir uns nehmen" an unserer Abteilung. Diese thematisiert den wahnsinnig schnell voranschreitenden Verlust von Regenwald auf. Von Augenzeugen aus Amazonien und Afrika erfährt man, was Landverlust bedeutet und was wir in Europa damit zu tun haben.
Es wird gezeigt, dass unser übermäßiger Fleischkonsum und der damit verbundene Anbau von meist gentechnisch verändertem Soja, das dann in der westlichen Welt als Futtermittel zum Einsatz kommt, verantwortlich ist für die Zerstörung des Regenwaldes z.B. in Brasilien und in Bolivien.
Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die stark steigende Verwendung von Palmöl und der Anbau von Ölpalmen in Monokulturen zu einem Ausverkauf von Land in Afrika und Indonesien führt. Die Bevölkerung in Kamerun beispielsweise wird durch die enorme Abholzung des Regenwaldes ihrer Lebensgrundlage beraubt. Sie werden aus ihren Wohngebieten vertrieben und durch intensive Nutzung von Dünge- und Spritzmitteln bei den Monokulturen wird auch der umliegende Lebensraum in den sich die Bevölkerung zurückgezogen hat vergiftet. Palmöl ist in sehr vielen Lebensmitteln zu finden, da es sehr billig herzustellen ist, außerdem wird es zur Herstellung von Biosprit verwendet, der ja zum „Schutz der Umwelt“ unserem Kraftstoff per EU Verordnung beigemengt werden muss.
Besonders beeindruckend fanden die Schülerinnen und Schüler eine Aufnahme der NASA. Das Luftbild des NASA Terra Satelliten zeigt als rote Punkte Hunderte von Wald- und Buschbränden im Tiefland Boliviens. Vom Land selbst ist auf Grund der riesigen Rauchschwaden praktisch nichts zu sehen.
Eine weitere Schautafel widmet sich der „Produktion von Hunger“, wobei es darum geht, dass Kleinbauern ohne Vorankündigung im Auftrag von Großgrundbesitzern das Land, das sie nutzten um für den Eigenbedarf und den örtlichen Markt zu produzieren weggenommen wird um Plantagen für Zuckkerrohr, Soja, Palmöl oder Ähnliches zu errichten.
Diese vielseitige Ausstellung soll also anregen sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken und dazu motivieren mehr regionale und saisonale Produkte und Lebensmittel aus biologischem Anbau zu kaufen. Das Ziel ist natürlich das mit unglaublicher Geschwindigkeit voranschreitende Abholzen des Regenwaldes aufzuzeigen und darauf hinzuweisen, dass dieser die grüne Lunge der gesamten Welt ist und für die Umwandlung von Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff für uns alle von großer Bedeutung ist und nicht nur für die ansässige, darunter massiv leidende Bevölkerung in vielen Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens.
Es hat uns ganz besonders gefreut, dass nicht nur unsere eigenen Klassen, sondern auch die Klassen unserer Nachbarschule, der HAK, die Ausstellung besuchten. Mit einem von uns erstellten Fragebogen konnten die SchülerInnen den Inhalt der Ausstellung für sich noch einmal reflektieren.
Der Vortrag von Hans Kandler: Leben ohne Strom im Regenwald, die Teilnahme an der Handy Recycling Aktion des Jane Goodall Instituts und ebenso die Teilnahme an der Aktion „Zusammen wachsen“ vom Jane Goodall Institut rundeten unser Schwerpunktthema ab.

Handlungsbereiche
Einsparen von Ressourcen, Reduzieren von Emissionen, Gestalten von Schul- und Freiräumen, Gesundheitsförderung und gesunde Ernährung, Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
300

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
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Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Klimabündnis, Welthaus St. Pölten, tut gut – gesundes Schulbuffet, Jane Goodall Institut Austria, Faistrade Österreich, Land NÖ, Magistrat St. Pölten - Umweltabteilung

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Absovlnews, NÖN, Homepage, Festveranstaltung – „Jugend gestaltet ihre Zukunft“, Zertifikat – „Zusammen wachsen“ vom Jane Goodall Institut Austria.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Fragebogen zur Ausstellung – „das Land, das wir uns nehmen“.
Feedbackrunden nach den einzelnen Veranstaltungen mit den Schülern.
Online-Fragebogen zur Änderung der Qualität des Schulbuffets.

Was wurde durch diese Maßnahme im Bezug auf das Jahresziel erreicht?
Qualitativ hochwertigeres Angebot beim Schulbuffet und der Mensa.
Bewusstseinsbildung und Hintergrundinformationen als Unterstützung zur eigenen Meinungsbildung.

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Am erweiterten Angebot an gesundem Essen.
An der aktiven Beteiligung, Engagement und Diskussionen der Schüler bei den einzelnen Veranstaltungen.

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Sensibilisierung und bewussterer Umgang mit Ressourcen.

Wo liegen unsere Stärken?
In der Ausdauer, es ist uns bewusst, dass Themen immer wieder zur Sprache gebracht und aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchtet werden müssen. Dazu ist es dienlich unterschiedlichste Angebote wie Workshops oder Ausstellungen zu nutzen und Leute von außen in die Schule zu holen, die ihre Sicht der Dinge darstellen.

Netzwerke
Unsere Schule ist auch noch Mitglied von anderen Netzwerken
Klimabündnis-Schule

Zusatzfrage für Klimabündnis-Schulen
Vorallem im Chemie Unterricht (Naturwissenschaftliche Grundlagen) und im Gegenstand SOPK (Soziale und Personale Kompetenz), auch im Ethik und katholischer Religion, sowie in Geographie und Englisch.