ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Bienen und mehr

Jahresbericht des Schuljahres 2015/2016

Schule: Rudolf Steiner Landschule Schönau
KoordinatorIn: Lütkenhorst Angelika
DirektorIn: Steier Hermann
Handlungsbereiche:
  • Natur erleben im Schulumfeld
Inhalt
Vortrag Imkerin Vortrag Imkerin
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 2

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
1) Landwirtschaftspraktikum der 9. Schulstufe mit Fokus auf biologischen Landbau ist sehr erfolgreich verlaufen. 2) Pflege des Schulgartens und des Färbepflanzenwegs wurde weiter durchgeführt (Klasse 6). Ein Bienenschutzprojekt der 4. und 6. Klasse wurde erfolgreich durchgeführt. 3)Alle Schulfeste wurden als "sauberhaftes Fest" in Kooperation mit dem Abfallverband Baden durchgeführt. // Das Ziel, 25 Bäume zu pflanzen konnte nicht erreicht werden, da zwei tragende Teammitglieder krankheitsbedingt ausfielen. Es wurden nur 5 neue Bäume gesetzt.

Maßnahme im Detail

Beschreibung der Maßnahme
Unser gemeinsames klassenübergreifendes Bienschutzgartenprojekt begann am 11.4. 2016 und endete am 23.4. mit der Präsentation auf dem Schulfest. Wir verwendeten täglich zwei geblockte Stunden. Am ersten Tag wurde das Projekt in beiden Klassen separat eingeführt und zunächst im Unterrichtsgespräch auf das Vorwissen der Kinder eingegangen. Erlebnisse mit Bienen wurden geschildert und das Besprochene vertieft.
Am 12.4. kamen beide Klassen zusammen und Frau Heike Lampert, eine Imkerin aus dem Schneeberggebiet, hielt einen etwa einstündigen Vortrag über ihre Arbeit mit Bienen. Sie brachte zahlreiche Utensilien mit, die die Kinder in die Hand nehmen und ausprobieren durften. Auch ein Schaukasten mit verschiedenen Bienenwaben konnte betrachtet werden, Propolis durfte gekostet und Imkerschutzkleidung angelegt werden. Zusätzlich illustrierten Bildmaterialien und Bücher das Thema und Frau Lampert stand den unterschiedlichsten Fragen der Kinder Rede und Antwort.
Am 13.4. kam Herr Erlacher vom Verein Bienenschutzgarten zu uns in die Schule und leitete den Bau der beiden Bienenwiegen. Außer ihm waren beide Klassenlehrerinnen, die Imkerin Frau Lampert sowie eine Schülermutter beteiligt. Die Arbeit fand bei günstigem Wetter draußen mit beiden Klassen gemeinsam statt. Zunächst wurde mit Herrn Erlacher die Gefährdung der Bienen heute erörtert. Im Sitzkreis in freier Natur konnten die SchülerInnen ihr Wissen einbringen und Vorschläge zum Schutz der Bienen machen. Herr Erlacher berichtete von seinen Erfahrungen mit über hundert Bienenstöcken und die Bedeutung der naturgemäßen Bienenhaltung in Bienenwiegen. Danach begannen wir mit dem Bau der Bienenwiegen. Jede Klasse baute ihre eigene Wiege, eine sogenannte Trogbeute aus Holz. Die zugeschnittenen Holzteile mussten geordnet, verschraubt und mit Schleifpapier bearbeitet werden, sodass alle Kinder gut beschäftigt waren. Zuletzt wurden die Einsätze, die für die zukünftigen Waben Halt bieten, mit flüssigem Bienenwachs bepinselt und eingehängt. Nachdem die Wiegen fertiggestellt waren, wurden gespitzte Pfähle an der vorgesehenen Stelle im Schulgarten eingeschlagen. Gemeinsam mit den SchülerInnen wurde überlegt, in welche Richtung das Flugloch zeigen muss: Nach Osten, damit die Bienen in der Früh aufwachen! Die Platzauswahl wurde so getroffen, dass das Flugloch weit weg von frequentierten Wegen des Schulgartens liegt, um den Bienen einen ungestörten Anflug zu gewährleisten und Menschen nicht zu gefährden.
Auf diese Weise wurden die Wiegen anschließend auf den Pfählen angeschraubt. Für die gesamte Bautätigkeit wurden 4 Schulstunden verwendet. In den folgenden sieben Schultagen wurde das bisher Erlebte reflektiert und im Gespräch mit jeder Klasse evaluiert.
Zwei weitere Stunden wurden zur Bearbeitung eines Beetes und zum Ansäen einer biodiversen Bienenweide genutzt. In den Heften wurden die Inhalte sowohl in eigenen als auch in gemeinsam erarbeiteten Texten festgehalten. Das Gedicht „Gespräch mit einer Bienenkönigin“ von Josef Guggenmoos wurde chorisch in zwei Dialoggruppen gesprochen und auswendig gelernt. Die Vorbereitung der Präsentation nahm die verbliebene Zeit in Anspruch.

Wurde diese ÖKOLOG-Aktivität als Projekt vom Bildungsförderungsfonds für nachhaltige Entwicklung gefördert und hat die Schule eine Projektdokumentation abgegeben?
Diese ÖKOLOG-Aktivität wurde als Projekt vom Bildungsförderungsfonds für Umwelt und Gesundheit gefördert. Die Schule hat eine Projektdokumentation abgegeben.

Handlungsbereiche
Natur erleben im Schulumfeld

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
18

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
In Bezug auf den „anpackenden“ handwerklichen Zugang beim Bau der Wiege war kein Unterschied zwischen Buben und Mädchen festzustellen. Der Kursleiter war ein Mann, die Imkerin eine Frau, so dass eine ausgeglichene Rollenverteilung Vorbild war.
Die Rollenverteilung zwischen weiblichen und männlichen Bienen im Bienenstock allerdings stieß bei beiden Geschlechtern auf belustigtes Erstaunen (Stichwort „Drohnenschlacht“)

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Herr Erlacher vom Verein Bienenschutzgarten
Heike Lampert, eine Imkerin aus dem Schneeberggebiet

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Ausstellung beim Schulfest: Die Präsentation unterstützte die positive Wahrnehmung unserer Schule bei der Bevölkerung aus der Umgebung. In einem überwiegend ländlich geprägten Umfeld sind Fragen wie Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Nutzung und ökologische Schonung der Ressourcen von großer Bedeutung und es wird geschätzt, wenn SchülerInnen sich damit befassen.
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums unserer Schule waren auch einige Politiker anwesend, die sich positiv über das Projekt äußerten.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Gespräch zwischen Lehrerin und Klasse, Gespräch zwischen den beteiligten Erwachsenen, Rückschau am Elternabend

Was wurde durch diese Maßnahme im Bezug auf das Jahresziel erreicht?
Da die Bienen in unserem Schulgarten einen artgemäßen Lebensraum haben, ist die Wirkung hoffentlich eine langfristige.
Lernzuwachs und Erkenntnisgewinn beruhen v.a. auf emotionalem Lernen durch das Einfühlen in die Situation der Bienen sowie Staunen über ihre Lebensweise und Respekt davor.

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Den SchülerInnen machte das Bauen besonderen Spaß. Die Betreuung der Ausstellung schaffte Zufriedenheit durch die Wahrnehmung der Besucher sowie Selbstbewusstsein durch den Wissensvorsprung.

Die SchülerInnen zeigten großes Interesse und Disziplin.
Es gab nichts, womit wir unzufrieden waren. Die einzige Planänderung war, dass der Ausflug zum Imker auf Ende Juni verschoben werden musste, weil erst dann Honig geschleudert wird. Dafür kam die Imkerin zu uns, was sehr hilfreich war.

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Das Projekt wird in Form der Bienenbetreuung natürlich fortgesetzt und wird dann zur Dauereinrichtung, von der auch nachfolgende Klassen profitieren können

Wo liegen unsere Stärken?
Freiräume gewähren - so können die KlassenlehrerInnen interessante und innovative Projekte mit ihren Klassen durchführen
Unterstützung gewähren - Für Fragen der Finanzierung steht eine Mitarbeiterin zur Verfügung (Projektanträge stellen); auch bei den Eltern ist eine hohe Unterstützungbereitschaft gegeben

Netzwerke
Unsere Schule ist auch noch Mitglied von anderen Netzwerken

Keine Mitgliedschaften bei anderen Netzwerken

Weitere Netzwerke
global action scholls // Waldorfbund Österreich // Die Schule ist zertifiziert nach "Wege zur Qualität"