ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Fit for Energy

Jahresbericht des Schuljahres 2015/2016

Schule: VS Eggersdorf
KoordinatorIn: Vertragslehrerin Reicht Astrid
DirektorIn: VDIR Kolaritsch Edeltraud
Handlungsbereiche:
  • Einsparen von Ressourcen
  • Reduzieren von Emissionen
  • Mobilität und Verkehr
  • Gestalten von Schul- und Freiräumen
  • Gesundheitsförderung und gesunde Ernährung
  • Kultur des Lehrens und des Lernens
  • Schulklima und Partizipation
  • Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld
  • Natur erleben im Schulumfeld
Inhalt
In den Schulpausen auch im Winter Solarkartoffeln im Solarkocher gekocht. Bau von Solarfahrzeugen in WE. Besuch des Ökoparks Hartbergs, verschiedene Stationen: Klimaturm, Experimentarium, …Forschungen anhand von Klimastationen, Alternativenergien. Teilnahme am geglückten Weltrekordversuch „The Wave“ mit der Erstellung von Klimakarten-Klimaversprechen. Sprachförderkurs: Recycling, Mülltrennung.
Solarfahrzeuge Solarfahrzeuge
Klimakärtchen Klimakärtchen
Forscher Forscher
solargekochte Kartoffeln solargekochte Kartoffeln
Ökopark Hartberg Ökopark Hartberg
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 8

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
In den Schulpausen wurden auch im Winter Solarkartoffeln im Solarkocher gekocht.
Im Werkunterricht stellten die Kinder Solarfahrzeuge selbst her.
Die Kinder besuchten den Ökopark Hartberg und besuchten verschiedene Stationen: Klima-turm, Experimentarium, …
Sie erforschten anhand von Klimastationen Alternativenergien.
Ein Highlight war auch die Teilnahme am Weltrekordversuch „The Wave“ mit der Erstellung von Klimakarten. Hier wurden unzählige Möglichkeiten zum Energiesparen entdeckt.
Recycling und Mülltrennung war ein besonders interessantes Thema für unsere Kinder aus Syrien und Afghanistan.

Maßnahme im Detail

Bitte beschreiben Sie hier eine Maßnahme / ein Projekt näher. Diese Beschreibung wird als Inhaltsangabe Ihres Berichts verwendet.
Beteiligt waren alle Kinder der Volksschule Eggersdorf. Für das Projekt „The Wave“, an dem alle Kinder teilnahmen, konnte auch die NMS Eggersdorf gewonnen werden, die ebenso mit allen Klassen teilnahm. Die Übergabe der selbst erstellten Klimakärtchen-Plakate erfolgte in Form einer Pressekonferenz. Den Kindern gefiel der TESLA, mit dem die Kärtchen nach Wien transportiert wurden und dann klimafreundlich nach Genf zur UNO kamen. Die Kinder entdeckten bei den Vorbereitungen zur Erstellung der Klimakärtchen unzählige Möglichkeiten zum Energiesparen im Bereich Elektrizität, klimafreundlicher Fortbewegung (mathematischer Vergleich: Energie-Verbrauch eines Schulbusses mit dem von Einzel-PKWs, E-Bike, Scootern, Fußgängern), dem Entdecken von Energiesparmaßnahmen im Lifestyle (ge-brauchte Sachen weiter verwenden, umweltfreundliche Produkte schonen die Umwelt), dem Schonen von Ressourcen und das Pflanzen von Bäumen, im Bereich Ernährung (Bauernhö-fe sind wertvoll, insbesondere mit Biolandbau, Einkauf von regionalen, saisonalen Lebens-mitteln, Eigenanbau von Lebensmitteln). Hierbei entstanden keinerlei Kosten. Berichte dar-über wurden in 5 Regionalmedien gebracht. Erfreulich ist die Begeisterung der Kinder und die Teilnahme der NMS, die sich für eine Projektfortführung aussprach. Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit.

Der Ökopark Hartberg bietet zahlreiche Lernmöglichkeiten für unser Projekt „Fit for Energy“ an. Die Kinder der dritten und vierten Klassen fuhren mit Bussen dorthin, wofür ein Großteil des Projektgeldes verwendet wurde. Einen Teil des Betrages (Eintritt und restlichen Buskos-ten) zahlten die Kinder hierfür selbst. Obwohl dies kostenaufwändig war, möchte ich den Besuch des Ökoparks Hartberg unbedingt weiter empfehlen. Die Kinder waren mehr als be-geistert und waren in ihrer Experimentierfreudigkeit kaum zu stoppen. Den Lernertrag möchte ich als sehr groß bezeichnen. Im Klimaturm erfuhren die Kinder, wie sich unsere Welt mit zunehmendem Temperaturanstieg ändern würde. Ein Stockwerk zeigte jeweils plus ein Grad an Klima-Erwärmung. Die Organisation der Busse konnte ich an die KollegInnen abgeben.

Im Solarkocher kochte ich während des ganzen Jahres Kartoffeln mit etwas Sonnenblumen-öl, Salz und etwas Kümmel. Alle Kinder hatten die Möglichkeit, sich für die Verkostung einiger solargekochter Kartoffelstückchen anzustellen. Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Die Kartoffeln erfreuen sich großer Beliebtheit. Kartoffeln verbrauchen im Anbau sehr wenig Energie und die Kinder sollten eine Liebe für diese Früchte gewinnen, was absolut gelang. Die Kinder sahen auch, wie man Sonnen- Energie nutzen kann. Für mich war es schwierig, das Wetter im Vorhinein beim Einkauf der Kartoffeln abzuschätzen. Daher habe ich oft selbst finanzierte Kartoffeln verwendet und kaum Rechnungen von unserer Bäuerin für das Projekt gesammelt. Die Kinder konnten gut beobachten, dass die Kartoffeln im Winter bei geringerer Sonneneinstrahlung länger brauchten als im Sommer. Besonders spannend war eine Pause im Frühjahr, bei der die Kartoffeln nicht mehr gar wurden. Die Kinder, die sich sehr lange für ein paar Kartoffelstückchen angestellt hatten, stellten interessante Fragen, warum sie keine Kartoffeln bekamen. Diese gab es wegen der Wolkenbildung und der zu kurzen Garzeit dann erst in der zweiten Hofpause. Interessant war auch, dass einige Kinder nicht wussten, dass rohe Kartoffeln ungenießbar sind. In einer Forschergruppe im DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) untersuchten die Kinder eine Kartoffel in Form einer Kartoffelbatterie. Sie maßen die Funktion mit einem Voltmeter und waren von der hohen Zahl beeindruckt. Dies zu erfassen, ist auch Kindern mit geringen Sprachkenntnissen möglich.

Kinder der dritten Schulstufen durften Solarfahrzeuge bauen. Diese konnten durch eine Kofi-nanzierung durch das Projekt IMST zur Gänze bezahlt werden. Hierfür wurde fast die Hälfte des Projektgeldes aufgewendet. Die Kinder experimentierten mit den Teilen des Fahrzeuges und bauten diese selbst zusammen. Die Mädchen hatten hier wie bei allen anderen Projekt-bereichen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Ich war hierbei nur anfänglich dabei, die Werklehrerinnen übernahmen diesen Bereich des Projektes mit weiteren Werkgruppen. Ich merkte an den begeisterten Kommentaren in der Schule, wie gut die Solarfahrzeuge ange-kommen sind. Die Kinder veranstalteten damit Wettrennen.

In allen Klassen unserer Schule gibt es Energie-Beauftragte, die für Energiesparmaßnahmen zuständig sind. Sie schalten die Lichter aus, melden Computer, die nach dem Unterricht ausgeschaltet werden sollen (bewerkstelligen dies teilweise selbst), achten auf die optimale Raumtemperatur (in jeder Klasse befindet sich ein Thermometer) und melden Fenster, die nach dem Stoßlüften geschlossen werden sollen und Türen (Schultür im Winter). Hier wird deutlich, dass wir durch minimale Leistungen „Fit for Energy“ sind.

Die Kinder im DaZ – Unterricht (21 Kinder) nahmen an Forscherwerkstätten teil. Leider funk-tionierte die Wasseruhr nur kurz, um dann ihren Geist aufzugeben. Die Kinder waren trotzdem erstaunt. Sie durften auch selbst Reibungsenergie erforschen (Taschenlampen, Sei-denpapierschnipsel in einer Plastikflasche schütteln) und Magnete ausprobieren. Anhand von Playmobilfiguren lernten sie klimafreundliche Mobilität kennen (Verkehrsspiel, Fahrrad). Sie hantierten mit Photovoltaik-Propellern und Mini-Windrädern. Wir bauten Turbinen von Wasserräder aus Joghurtbechern. Hierfür entstanden daher keine Projektkosten. Das Müll-trennen und Recycling war für meine Kinder aus Syrien und Afghanistan besonders interes-sant. Sie durften saubere Müllteile in Mini-Container passend einwerfen. Die Aufmerksamkeit für dieses Thema überraschte mich. Die Müllcontainer hatte ich bereits.
Im Religionsunterricht überlegten die Kinder, wie wir schöpfungsverantwortlich leben können.
Die Kinder verzierten nicht nur die Klimakärtchen liebevoll mit Zeichnungen zum Thema „Fit for Energy“, in der GTS (der Nachmittagsbetreuung) und beim Schulschlussfest bemalten sie den Schulhof-bzw. eine gesperrte Straße mit umweltfreundlichen Straßenmalkreiden zum Thema. Die Kosten hierfür sind minimal. Projektpartner war hier das Klimabündnis.

Ergebnisse und Reflexion
Die Kinder hatten einen hohen Lernwert, der durch zahlreiche Maßnahmen gefestigt wurde. Sie experimentierten, forschten und lernten „Fit for Energy“ zu sein. Ich war sehr enttäuscht, als ich die Pause einmal schließen musste, ohne die solargekochten Kartoffeln ausgehändigt zu haben, glaube aber, dass gerade hierbei die Kinder besonders viel lernten: Warum kann ich Kartoffeln nur essen, wenn sie gut durchgekocht sind? Warum funktioniert der Solarko-cher nur mit ausreichender Sonnenenergie? Wie lange brauchen Kartoffeln, um gar zu sein? Sie reflektierten über Sonnenergie. Beim Bau der Solarfahrzeuge hatten wir immer Glück: Die Sonne schien zumindest, als die Fahrzeuge fertig waren, auch wenn sie einmal beim ersten Ausprobieren nicht zum Vorschein kommen wollte.
Mädchen wie Buben hatten gleiche Forschermöglichkeiten. Die Solarfahrzeuge boten reich-lich Raum zum Experimentieren mit Photovoltaik und Fahrtechnik. Die Kinder nahmen dies mit großem Interesse wahr. Sie schraubten, drehten und experimentierten begeistert.
Ein Highlight war auch die Teilnahme am Weltrekordversuch „The Wave“ mit der Erstellung von Klimakarten. Der Weltrekord gelang mit der doppelten Zahl an erforderten Klimakarten. Dieses Projekt festigte das Wissen der Kinder. Die Kinder erfreuten sich am TESLA, einem E-Fahrzeug, mit dem die Klimakarten-Plakate nach Wien transportiert wurden. Besonders erfreulich ist, dass mit diesem Projekt eine Kooperation mit der NMS Eggersdorf begann und einige Lokalmedien auf unsere Aktivitäten aufmerksam wurden.
Die Arbeiten wurden der Öffentlichkeit über der Homepage und den Gemeindezeitungen sichtbar gemacht. Eine weitere Presse-Aussendung soll im Herbst erfolgen.
Interessant war für mich die Arbeit in den DaZ-Stunden, die meistens überraschend verliefen. Während ich beim Mülltrennen eine hohe Aufmerksamkeit erzielte, war ein Stationen- Betrieb mit Forscherstationen mühselig, auch weil die Wasseruhr nur kurz funktionierte. Die Arbeit mit den Alternativenergie-Modellen werde ich künftig ebenso anders organisieren, weil ich meine Modelle und die kleinen Playmobil-Spielzeuge nicht als Geschenke für die Kinder geplant hatte und diese wieder zurück fordern musste.
Das Experimentarium im Ökopark in Hartberg war sehr lehrreich und ist sehr empfehlens-wert. Die relativ hohen Kosten sind meiner Meinung nach gut investiert.

Handlungsbereiche
Einsparen von Ressourcen, Reduzieren von Emissionen, Mobilität und Verkehr, Gestalten von Schul- und Freiräumen, Gesundheitsförderung und gesunde Ernährung, Kultur des Lehrens und des Lernens, Schulklima und Partizipation, Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld, Natur erleben im Schulumfeld

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
261

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Kinder der dritten Schulstufen durften Solarfahrzeuge bauen. Diese konnten durch eine Kofi-nanzierung durch das Projekt IMST zur Gänze bezahlt werden. Hierfür wurde fast die Hälfte des Projektgeldes aufgewendet. Die Kinder experimentierten mit den Teilen des Fahrzeuges und bauten diese selbst zusammen. Die Mädchen hatten hier wie bei allen anderen Projekt-bereichen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden.

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Teilnahme am Projekt Talente regional, IMST, Klimabündnis, NMS Eggersdorf

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Homepage, Lokalzeitungen

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Rückmeldungen SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen-KollegInnen

Was wurde durch diese Maßnahme im Bezug auf das Jahresziel erreicht?
Bewusstseinsbildung, Forschen im Bereich Klimaschutz, wie bin ich "Fit for Energy"?

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Freude an der Umsetzung, Erkenntnisgewinnung, Begeisterung beim Schreiben von Klimakärtchen (Versprechen, was jeder einzelne Schüler/ was jede einzelne Schülerin zum Klimachutz bereit ist, beizutragen)

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Begeisterung für das Thema erhalten (bei älteren Kindern) und wecken (neue KInder).

Wo liegen unsere Stärken?
Organisation-Netzwerk-Kooperation-gegenseitige Unterstützung

Netzwerke
Unsere Schule ist auch noch Mitglied von anderen Netzwerken
IMST (Innovationen Machen Schulen Top)
Klimabündnis-Schule

Zusatzfrage für Klimabündnis-Schulen
Deutsch, Sachunterricht, Werken, DaZ (Deutsch als Zweitsprache), Religion, Mathematik, Bildnerische Erziehung, GTS (Ganztagesschule-Nachmittagsbetreuung)