ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

„Brot-ject“ – Aus Alt mach Neu

Jahresbericht des Schuljahres 2015/2016

Schule: Private Höhere Lehranstalt für Landwirtschaft und Ernährung des Schulvereins der Grazer Schulschwestern
KoordinatorIn: Mack Jürgen
DirektorIn: Professor Dipl.-Ing Winter Josef
Handlungsbereiche:
  • Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld
  • Einsparen von Ressourcen
  • Reduzieren von Emissionen
Inhalt
Der 4. Jahrgang 2015/16 der HLA für Land- und Ernährungswirtschaft des Schulvereins der Grazer Schulschwestern entwickelte im Rahmen des Unterrichtsgegenstandes Projektmanagement die Projektidee „Brot-ject. Aus Alt mach Neu“.
Kernthema des Projektes war der verschwenderische Umgang mit dem Lebensmittel Brot.
Präsentationsstand am Schulgebäude Präsentationsstand am Schulgebäude
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 1

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
Teilnahme am Ökolog Lehrgang

Maßnahme im Detail

Bitte beschreiben Sie hier eine Maßnahme / ein Projekt näher. Diese Beschreibung wird als Inhaltsangabe Ihres Berichts verwendet.
Der 4. Jahrgang 2015/16 der HLA für Land- und Ernährungswirtschaft des Schulvereins der Grazer Schulschwestern entwickelte im Rahmen des Unterrichtsgegenstandes Projektmanagement die Projektidee „Brot-ject. Aus Alt mach Neu“.
Kernthema des Projektes war der verschwenderische Umgang mit dem Lebensmittel Brot. Es entstand die Idee, nicht nur auf diese Problematik hinzuweisen, sondern konkrete Handlungsstrategien gegen die Brotverschwendung aufzuzeigen. Umgesetzt wurde diese Idee durch das Sammeln, das Erproben und Variieren von Rezepten für süße und pikante Speisen, in denen Restbrot verwertet werden kann. Die Rezepte wurden ausprobiert, innerhalb des Projektteams verkostet, die Produkte fotografiert und in einem Rezeptbuch – gemeinsam mit Tipps für den Umgang mit Brot – gesammelt und abgedruckt.
Auf Basis des Rezeptbuches wurden Produkte aus Restbrot hergestellt, diese gemeinsam mit dem Rezeptbuch bei verschiedenen öffentlichen Anlässen mit Hilfe eines Präsentationsstandes angeboten und auf das Thema Brotverschwendung – Verwertung von Altbrot aufmerksam gemacht.


ZUSAMMENSCHAU UND REFLEXION
Nun, da die Projektgruppe am Ende des Projektes angelangt ist, verschafft sie sich noch einmal einen Überblick über das vergangene Jahr und das Projekt. Womit war das Team zufrieden und wo gäbe es Verbesserungsbedarf. Dabei wird näher auf sämtliche Reflexionen und Zusammenfassungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingegangen, die sie über ihre Arbeit bzw. über sämtliche Veranstaltungen, bei denen das Brot-Projekt vertreten war, verfasst haben.
Um ganz von vorne zu beginnen, wird der Projektteil Rezeptideen und Produktentwicklung zuerst behandelt. Diese Gruppe bemühte sich hauptsächlich darum, kreative Rezeptideen zu sammeln und diese anschließend innerhalb der Klasse auszuprobieren. So kreierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Gruppe unter anderem Brot-Pops, Brotchips und Brotcookies oder auch Backmischungen für zu Hause. Sämtliche Rezepte wurden ausprobiert, getestet, eventuell angepasst und im Rezeptbuch zusammengefasst. Auch war diese Gruppe dafür zuständig, Brotsponsoren zu finden. Dafür war es notwendig, zu den einzelnen Geschäften und Bäckereien hinzugehen und persönlich mit den zuständigen Personen zu sprechen, was dem Team am schwersten gefallen ist. Ganz besonders zu erwähnen wäre, dass diese Gruppe ein kurzes Video, passend zu unserem Projektthema gedreht hat. Die Gruppe Produktentwicklung war mit der Zusammenarbeit innerhalb des Teams sehr zufrieden und hat keine Beschwerden gegenüber der Projektleitung geäußert.
Eine ebenfalls wichtige Rolle für das Projekt spielte das Team Marketing. Die Gruppe war verantwortlich für die Gestaltung von Informationsmaterialien. Auch war das Team maßgeblich an der Suche möglicher Präsentationsorte beteiligt. Weiters war die Einteilung der Arbeiterinnen und Arbeiter an eben genannten Präsentationsterminen, die Planung des Ablaufes und Vorbereitung des Präsentationsstandes ein Aufgabenbereich des Teams. Probleme bereiteten dem Team eine strukturierte Datenablage und die Kontrolle von verteilten Aufgaben, was hin und wieder zu Verzögerungen und Mehrfacharbeit führte. Die Gruppe hat aber aus ihren Fehlern gelernt und im Laufe der Projektpräsentationen an Routine dazugewonnen.
Das Team Rezeptbuch war für Inhalt, Design und Druck des Rezeptbuches und für die Entwicklung des Projektlogos zuständig. Aus ihrer Sicht war das Projekt sehr aufwendig und wurden die Arbeitsaufträge nicht immer fair aufgeteilt, aber sie freuten sich über die vielen positiven Rückmeldungen zu ihrem Rezeptbuch und sahen das Projekt als eine tolle Erfahrung an. Es war für sie schön zu sehen, wie viele Menschen sich dafür interessieren, wie altes Brot weiter verwendet werden kann.
Das Projekt war unter anderem am Grazer Umweltzirkus vertreten. Am 29.04.2016 fand unter dem Motto „Heißes Pflaster-kühle Köpfe“ der 2. Grazer Umweltzirkus statt. Um 12:00 Uhr war offizieller Beginn der Veranstaltung. Sieben Schülerinnen und Schüler des Projektteams vertraten auf freiwilliger Basis das Brot-Projekt am aufgebauten Präsentationsstand. Grundsätzlich bekam das Team positive Rückmeldungen von den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung und die Projektidee wurde sehr gelobt. Der gesamte Ablauf hat sehr gut funktioniert und nach den letzten Vorbereitungen an einem stressigen Vortag verlief beim Präsentationsstand alles wie geplant. Verbesserungswürdig wäre die Planung des Abtransportes der Produkte und Materialien für den Präsentationsstand gewesen, des weiteren wäre ein früherer Produktionsbeginn für die zu verkaufende Ware und eine frühere Fertigstellung der Produktetiketten ideal gewesen.
Auch beim Bio-Hoffest in Alt Grottenhofdurfte das Projekt „Brot-ject“ nicht fehlen. So musste das Projektteam zwar sämtliche ursprüngliche Zutaten, abgesehen vom Restbrot, durch Bio-Produkte ersetzen, aber der Einsatz hat sich gelohnt. Der Jahrgang bekam auch hier sehr viele positive Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern des Hoffestes und konnte das Projekt gut präsentieren. Einzig die Vorbereitung und Organisation verlief etwas chaotisch, aber durch Teamwork und Einsatz, konnte alles rechtzeitig fertigstellt werden.
Das Team Projektmanagement setzte sich aus der Projektleitung, Stellvertretung, Kassiererin und Schriftführerin zusammen. Die Projektleiterin hat das ganze letzte Schuljahr über versucht, das Projekt so gut wie möglich zu organisieren, den Projektfortschritt zu dokumentieren und natürlich dafür zu sorgen, dass sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst zufrieden sind und kein Unmut aufkommt. Letzteres ist natürlich immer etwas heikler als die ersten Punkte aber die Projektleiterin glaubt, dass es trotzdem recht gut gelungen ist, möglichst viele Personen innerhalb der Klasse motiviert und mobilisiert zu haben. Die Schriftführerin hatte die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Projekthandbuch stets auf dem Laufenden war. Die Kassiererin hat als „Finanzexpertin“ ausgezeichnete Arbeit geleistet und das Team konnte sich immer darauf verlassen, dass alle Zahlen und Daten auf dem neuesten Stand waren. Auch die stellvertretende Projektleiterin war durch ihren Einsatz und ihre Motivation in Bezug auf das Projekt stets eine große Hilfe, um sämtliche Abläufe zu beobachten und zu unterstützen. Es ist der Projektleiterin nicht immer gelungen, den Projektfortschritt und die angepeilten Meilensteine in seinem gesamten Umfang im Blick zu halten und dementsprechende Maßnahmen zu setzen, vor allem außerhalb der für das Projekt vorgesehenen Unterrichtszeiten, aber es wurden die Projektziele schlussendlich doch alle erreicht.

Sehr zufrieden war der Projektcoach mit dem Engagement der Projektgruppe für das Projekt. Auch wenn es manche Stolpersteine gab, führte die Teamfähigkeit der Projektgruppe zu einer erfolgreichen Umsetzung des Projektes. Im Nachhinein betrachtet war es eine gute Idee, ausgehend von den Rezeptideen der Produktionsgruppe jedes Teammitglied dazu zu verpflichten, ein Brot-Produkt herzustellen und gemeinsam mit der Projektgruppe zu verkosten. Diese Maßnahme konnte die Identifikation der Projektgruppe mit dem Projektthema verbessern. Auf den Teamgeist und die Identifikation mit dem Projekt förderlich ausgewirkt hat sich auch die durchwegs positive Resonanz auf die Projektidee und die Projektergebnisse sowohl von Seiten der Schule als auch der externen Kontakte.

Handlungsbereiche
Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld, Einsparen von Ressourcen, Reduzieren von Emissionen

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
32

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Genderneutrale Projektidee und Formulierung, nur drei männliche Schüler in der Klasse

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Grazer Umweltzirkus, Grazer Umweltamt,

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Die Präsentation und Vermarktung des Projektes und der erzeugten Produkte erfolgte beim Umweltzirkus der Stadt Graz am 29.04.2016 sowie am Hoffest der Fachschule Alt Grottenhof am 22.05.2016. Zudem zeigte das Projektteam fortlaufende Präsenz auf Facebook und das Projektvideo wurde bei einem Kurzfilmwettbewerb des Grazer Umweltamtes eingereicht. Bei den genannten Ereignissen sowie einem Verkaufstag am Schulstandort am 15. Juni 2016 stellte die Projektgruppe Brot-ject vor und vermarktete einige Produkte und das Rezeptbuch.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Ja

Was wurde durch diese Maßnahme im Bezug auf das Jahresziel erreicht?
Das gesamte Projekt beruhte auf dem Gedanken der Nachhaltigkeit und dem Aufzeigen der Verschwendung von Brot und was jede einzelne Person dagegen tun kann. Brot-ject ist in dieser Art und Weise einmalig und vielseitig umsetzbar. Jeder könnte ganz einfach Altbrot verwerten, dennoch tut es kaum jemand. Das Projekt zeigt wie es geht und soll wachrütteln. Die Idee hinter Brot-ject ist kreativ und ideal, um sie auch auf andere Bereiche umzulegen und fortzuführen. Der Jahrgang konnte durch das Projekt sein Wissen im Bereich der Ernährung und Küchenführung, speziell im Bereich Ernährungsökologie sowie dem Projektmanagement erweitern. Das Streben nach gemeinsamen Zielen hat die Zusammenarbeit der einzelnen Projektmitglieder gestärkt und die Teamfähigkeit gefördert. Die Gruppe hofft, mit dem Projekt auch anderen Schülerinnen und Schülern der HLA für Land- und Ernährungswirtschaft etwas mitgegeben zu haben.

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Absatz der erzegten Produkte, Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler mit ihrem Projket

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Der Umgang mit der Ressource Brot

Wo liegen unsere Stärken?
Im nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln

Netzwerke
Unsere Schule ist auch noch Mitglied von anderen Netzwerken
Das Österreichische Umweltzeichen