ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

"Minihexenküche"- Begabtenförderung Biologie u. Umweltkunde/Chemie für die Unterstufe

Jahresbericht des Schuljahres 2016/2017

Schule: BG BRG Mattersburg
KoordinatorIn: Mag.a Federer Angelika
DirektorIn: OStR. Mag. Mihalits Gerlinde
Handlungsbereiche:
  • Natur erleben im Schulumfeld
  • Gesundheitsförderung und gesunde Ernährung
  • Kultur des Lehrens und des Lernens
Inhalt
Im Rahmen der vom Ministerium ins Leben gerufenen Begabtenförderung wurde beschlossen, eine unverbindliche Übung für besonders naturwissenschaftlich interessierte und begabte Schülerinnen der Unterstufe (6.-8. Schulstufe) anzubieten. Ziel dieser unverbindlichen Übung, wir nennen sie "Minihexenküche", ist es einerseits, den Schülern den Besuch unserer modularen Oberstufe mit speziellem naturwissenschaftlichem Angebot (Biologie/Physikzweig)und schmackhaft zu machen, andererseits aber auch, bereits in der Unterstufe ökologisch-vernetztes Denken zu fördern und Freude am Entdecken und Nutzen der Biodiversität zu wecken.
Die Lehrveranstaltung wurde im Sommersemester 2017 angeboten und umfasste verschiedene Programmpunkte:
1) Biochemische Versuche: Extraktion von Terpenen aus Zitrusfrüchten: Die Schüler konnten ihre "eigenen" Aromastoffe produzieren, Vitamin C-Messung bei verschiedenen Obst- und Gemüsesorten (Vergleich zwischen Vitamin-C Gehalt von Gemüse aus dem Schulgarten und Supermarktprodukten bzw. verschiedenen Orangensäften (Konzentrat, Limonade, etc.)
2) Ökologie und Gartenbau: Bepflanzung und Pflege des Schulgartens, Kompostierungsversuche, eigene Anzucht von Chili- und Tomatenpflanzen und verschiedenen Gartenkräutern aus Samen.
3) Lebensmitteltechnologie, Pflanzenheilkunde, Zubereitung naturbelassener Produkte: Herstellung verschiedener Sirupe aus diversen Heilpflanzen wie Zitronenmelisse, Pfefferminze, Hollunderblüten, Rhabarber...; Herstellung von Pesto, Suppe und Aufstrich aus selbstgesammeltem Bärlauch, Zubereitung eines Wildkräutersalates aus im Schulgelände gesammelten Wildkräutern...,
4) Exkursionen:- naturkundliche Exkursion mit den Schülern und interessierten Eltern ins Leithagebirge mit Besuch der "Bärlauchschlucht": Vermittlung von Grundkenntnissen der Botanik im Hinblick auf die Unterscheidung von Bärlauch, Maiglöckchen und Salomonssiegel und anderen frühblühenden Wildkräutern. Abschlussexkursion gemeinsam mit dem Oberstufenmodul "Hexenküche" in die Arche Noah nach Schiltern und in die Kittenberger Erlebnisgärten.
5) Projektpräsentationen gemeinsam mit den Schülern des Oberstufenmoduls "Hexenküche" beim Aktionstag Schöpfung im HdB in Eisenstadt und beim Schulfest: Livedemonstration der Herstellung von Kräutersalz und Zucker,..., Wildkräuterausstellung und Quiz, Vermarktung der selbst hergestellten Produkte (Chiliöl, Kräuteressig,...) mit selbst gestalteten Etiketten mit dem Schullogo.
Ansetzen von Limoncello mit Hexenküche Advanced Ansetzen von Limoncello mit Hexenküche Advanced
In der "Bärlauchschlucht" mit Mini-Hexenküche In der "Bärlauchschlucht" mit Mini-Hexenküche
Herstellung von Zitronenmelissenzucker Herstellung von Zitronenmelissenzucker
Pikieren von Eigenbau-Chili-Sämlingen Pikieren von Eigenbau-Chili-Sämlingen
Wildbachwanderung am Vögeihof/Forstau/Salzburg Wildbachwanderung am Vögeihof/Forstau/Salzburg
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 4

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
1. Unser Ökolog-Team ist gewachsen: Abgesehen von mir, Ökolog-Koordinatorin (Mag. Angelika Federer), Biologielehrerin konnte ich noch Mag. Martin Brantner (Physik, Mathematik), passionierter Hobbygärtner und Tomatenzüchter, Alexander Meidl (Chemie, GWK), Hobby-Obstbauer und Hühnerzüchter und Mag. Natascha Braunstein (Biologie, PPP) zuständig für unser Budget und die Verwaltung der Finanzen für das Team gewinnen. Das bedeutet: Wir konnten unsere Aktivitäten ausweiten, im Kollegenkreis bekannter machen, haben Arbeitsteilung bei diversen Aufgaben und verfügen jetzt auch über ein eigenes Budget
2. Eigenes Budget für den Ökolog: Wir konnten die Einnahmen eines Schulbuffets, das 2 Klassen gemeinsam veranstalteten zur Hälfte für unser Schulgarten und Ökologbudget verwenden (200 Euro), ebenso gibt es Spendeneinnahmen durch den Verkauf von selbst hergestellten Produkten an Kollegen; mit diesen Einnahmen und einem geringen Selbstbehalt von Schülern, die an unseren Modulen und Übungen teilnehmen, können wir Ausgaben für die in der "Hexenküche" benötigten Materialien (Koch-Utensilien, Gläser, Zutaten,...) und Material für den Schulgarten (Werkzeug, Samen, Jungpflanzen, Gartenerde, Dünger, Bio-Schneckenkorn,....) decken.
3. Im Rahmen der Begabtenförderung aus Biologie und Umweltkunde und Chemie wurde die unverbindliche Übung "Minihexenküche" ins Leben gerufen. Zielgruppe hierbei sind v.a. naturwissenschaftlich interessierte und begabte Unterstufenschüler aus der 6.-8. Schulstufe. Im Teamteaching zwischen Biologie und Chemie werden spannende Experimente aus der Biochemie durchgeführt und verschiedene Naturprodukte hergestellt.
4. Das Oberstufenmodul "Hexenküche" ist mit 20 TeilnehmerInnen wieder zustande gekommen. Gemeinsam mit den Schülern der "Minihexenküche" wurde ein Stand beim Aktionstag Schöpfung am 27.4. im HdB betreut, die "Hexenbar" am Schulfest geführt und verschiedene Exkursionen (u.a. auch mit Beteiligung interessierter Eltern) durchgeführt. Spannend war das Lernen voneinander (auch Oberstufenschüler konnten vom Wissen begabter Unterstufenschüler profitieren).
5. Andere Kollegen engagieren sich in ihren Fächern für den Ökolog: Beispiel Cornelia Semmler startete mit den Schülern ihrer 4 E Klasse ein Projekt zum Thema Müllvermeidung, das die Problematik der massiven Verwendung von Plastikflaschen und-sackerl zum Thema hat. Inspriert vom Film "Before the flood" mit Leonardo di Caprio betätigten sich die Schüler als Detektive und untersuchen die Mistkübel der Schule nach Plastikflaschen. Das Einkaufsverhalten der Mattersburger wurde auf die Verwendung von Plastiksackerln hin unter die Lupe genommen. Bilder und Posters zum Thema Alternativen zur Plastikflasche wurden gestaltet und im Schulgebäude aufgehängt. Als Höhepunkt wurde mit den Schülern auch ein Video gedreht, das das Projekt dokumentiert "Before the flood" Mattersburg Edition (auf YouTube abrufbar) und das Projekt wird für den Bgld. Nachhaltigkeitspreis eingereicht.
6. Im Rahmen des Fach "Bioethik" besuchten wir am 27.4. die Burgenland-Premiere des Films "Future-Baby" der sich mit den Folgen von Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik im Rahmen der Gentechnik auseinandersetzt und ein kritisches Licht auf den weltweiten "Fortpflanzungstourismus" wirft. Im Anschluss an die Filmvorführung hatten die Oberstufenschüler die Gelegenheit, live mit der Regisseurin Maria Arlamovsky über ihren Film zu diskutieren.
7. Die Schüler der Hexenküche besuchten in einer gemeinsamen Exkursion mit der Mini-Hexenküche die Arche-Noah- Samenbank und die Gärten in Schiltern sowie die Kittenberger Erlebnisgärten. Zahlreiche Schüler nahmen Samen und Pflänzchen für eigene Züchtungen mit nach Hause und bestaunten im Rahmen der Führung die dortige "Hexenküche" im Heilkräuterbezirk.
8. Die 2a besuchte im Rahmen von Projekttagen "Schule am Bauernhof" den 700 Jahre alten Vögeihof in Forstau bei Schladming, wo die Schüler im Rahmen des angebotenen Programms die Gelegenheit hatten, selber zu melken, Brot zu backen, im Wildbach zu waten, Zirbenholz zu schnitzen und Gebirgsheilkräuter kennenzulernen.

Maßnahme im Detail

Bitte beschreiben Sie hier eine Maßnahme / ein Projekt näher. Diese Beschreibung wird als Inhaltsangabe Ihres Berichts verwendet.
Im Rahmen der vom Ministerium ins Leben gerufenen Begabtenförderung wurde beschlossen, eine unverbindliche Übung für besonders naturwissenschaftlich interessierte und begabte Schülerinnen der Unterstufe (6.-8. Schulstufe) anzubieten. Ziel dieser unverbindlichen Übung, wir nennen sie "Minihexenküche", ist es einerseits, den Schülern den Besuch unserer modularen Oberstufe mit speziellem naturwissenschaftlichem Angebot (Biologie/Physikzweig)und schmackhaft zu machen, andererseits aber auch, bereits in der Unterstufe ökologisch-vernetztes Denken zu fördern und Freude am Entdecken und Nutzen der Biodiversität zu wecken.
Die Lehrveranstaltung wurde im Sommersemester 2017 angeboten und umfasste verschiedene Programmpunkte:
1) Biochemische Versuche: Extraktion von Terpenen aus Zitrusfrüchten: Die Schüler konnten ihre "eigenen" Aromastoffe produzieren, Vitamin C-Messung bei verschiedenen Obst- und Gemüsesorten (Vergleich zwischen Vitamin-C Gehalt von Gemüse aus dem Schulgarten und Supermarktprodukten bzw. verschiedenen Orangensäften (Konzentrat, Limonade, etc.)
2) Ökologie und Gartenbau: Bepflanzung und Pflege des Schulgartens, Kompostierungsversuche, eigene Anzucht von Chili- und Tomatenpflanzen und verschiedenen Gartenkräutern aus Samen.
3) Lebensmitteltechnologie, Pflanzenheilkunde, Zubereitung naturbelassener Produkte: Herstellung verschiedener Sirupe aus diversen Heilpflanzen wie Zitronenmelisse, Pfefferminze, Hollunderblüten, Rhabarber...; Herstellung von Pesto, Suppe und Aufstrich aus selbstgesammeltem Bärlauch, Zubereitung eines Wildkräutersalates aus im Schulgelände gesammelten Wildkräutern...,
4) Exkursionen:- naturkundliche Exkursion mit den Schülern und interessierten Eltern ins Leithagebirge mit Besuch der "Bärlauchschlucht": Vermittlung von Grundkenntnissen der Botanik im Hinblick auf die Unterscheidung von Bärlauch, Maiglöckchen und Salomonssiegel und anderen frühblühenden Wildkräutern. Abschlussexkursion gemeinsam mit dem Oberstufenmodul "Hexenküche" in die Arche Noah nach Schiltern und in die Kittenberger Erlebnisgärten.
5) Projektpräsentationen gemeinsam mit den Schülern des Oberstufenmoduls "Hexenküche" beim Aktionstag Schöpfung im HdB in Eisenstadt und beim Schulfest: Livedemonstration der Herstellung von Kräutersalz und Zucker,..., Wildkräuterausstellung und Quiz, Vermarktung der selbst hergestellten Produkte (Chiliöl, Kräuteressig,...) mit selbst gestalteten Etiketten mit dem Schullogo.

Handlungsbereiche
Natur erleben im Schulumfeld, Gesundheitsförderung und gesunde Ernährung, Kultur des Lehrens und des Lernens

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
16

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Burschen und Mädchen beteiligten sich gleichermaßen an den Kochübungen, es wurde gemeinsam weggeräumt.

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Es gab Kooperationen mit dem Bgld. Naturschutzbund bzw. der Diözese Eisenstadt im Hinblick auf die Planung des Aktionstages Schöpfung, Kontakt mit den Ökologen in der Arche Noah bzw. Kooperation mit den Eltern der Schüler, die Zutaten beisteuerten bzw. Kochrezepte erhielten und an den Weiterbildungsexkursionen auch teilnahmen.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Im Rahmen des Aktionstages Schöpfung im HdB in Eisenstadt (27.4. 2017); Artikel und Interview in der Zeitung "Martinus" (Kirchenzeitung der Diözese Eisenstadt); sowie beim Schulfest des BRG Mattersburg mit einem eigenen Stand der "Hexenbar"; Fotos in der Schülerzeitung und auf der Homepage der Schule.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Am Ende der Lehrveranstaltung Minihexenküche wurde von den Teilnehmerinnen ein Feedback eingeholt bzw. die Lehrenden (Prof. Meidl und Prof. Federer), die die LV im Teamteaching angeboten haben, gaben sich gegenseitig ein Feedback. Auch das Feedback der Eltern beim Schulfest war positiv.

Diese Maßnahme / dieses Projekt war ein Beitrag zu unserem Jahresziel "..."
"Ökologisches Bewusstsein fördern"

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Positives Feedback der teilnehmenden Schüler und Eltern, positive Reaktionen der Journalisten, die beim Aktionstag Schöpfung zu unserem Projekt recherchierten.

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Es gibt jetzt auch ein eigenes Angebot für naturwissenschaftlich begabte und interessierte Schülerinnen der Unterstufe; Schülerinnen erwarben Grundkompetenzen in Botanik, Lebensmittel- und Biotechnologie und Gesunder Ernährung und Naturschutz.

Wo liegen unsere Stärken?
Wir arbeiten fächerübergreifend im Teamteaching, jeder bringt seine spezifischen Kompetenzen ein, wir geben uns gegenseitig Feedback, wir arbeiten praxisorientiert mit viel Anschauungsmaterial.

Netzwerke
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Weitere Netzwerke
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