ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Science Fair „Nachhaltig leben“

Jahresbericht des Schuljahres 2019/2020

Schule: BRG/BORG II Lessinggasse
KoordinatorIn: Dr. Penkner Alexandra
DirektorIn: DI Mag. Graf Roman
Handlungsbereiche:
  • Einsparen von Ressourcen
  • Reduzieren von Emissionen
  • Mobilität und Verkehr
Inhalt
Das Wissen über ökologische Herausforderungen ist bei Schüler*innen mittlerweile gut verankert. Maßnahmen des Umweltschutzes werden den Schüler*innen jedoch häufig als ausgearbeitete Initiativen vorgesetzt, mit denen sie sich oft nicht identifizieren können.
Eine Möglichkeit, eine bewusste und vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema zu erreichen, ist eine sog. Science Fair (Forschungsausstellung). Angelehnt ist dieses Projekt an das amerikanische Schulsystem und steht unter dem Motto „Hands-on Science“. Der zugrundeliegende Gedanke war, dass selbstentwickelte Maßnahmen eher umgesetzt werden als solche, die von Fremden vorgeschrieben werden. Frei nach dem Motto: Mittendrin statt nur dabei!
Das Projekt war in mehrere Phasen gegliedert. Zuerst recherchierten die Schüler*innen zum vorgegebenen Thema Nachhaltigkeit. Sie bereiteten sich so grundlegend auf das Thema vor und entwickelten eigenständig Möglichkeiten, im (Schul)alltag nachhaltig zu leben. Um ihre Ideen wissenschaftlich zu untermauern, entwickelten sie passende Fragestellungen und führten Experimente durch.
Die Schüler*innen zeigten viel Kreativität und Arbeitseinsatz bei der Bearbeitung unterschiedlichster Themen: So wurde der Wasserverschwendung entgegengewirkt, indem ein Wasserhahn kreativ manipuliert oder eine wassersparende Toilettenspülung entwickelt wurde. Es wurde eine automatische Bewässerungsanlage für Pflanzen gebaut, die das Raumklima verbessern. Auch wurde untersucht, was man gegen die Lebensmittelverschwendung machen kann. Weitere Projekte befassten sich mit der Vermeidung von Plastik(müll) im Schulalltag, indem eine Alternative zur Plastikflasche entwickelt oder der Möglichkeiten eines nachhaltigen Schulbuffets nachgegangen wurde. Auch das Konzept einer Tauschbörse wurde ausgearbeitet. Und es ist tatsächlich möglich, im Klassenzimmer im Kleinen zu kompostieren! Durch die vertiefte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen, wurden sich die Schüler*innen ihres Verhaltens bewusster und begannen, das Verhalten zu reflektieren und zu ändern.
Die Ergebnisse des Projektes sollten in einer öffentlichen Veranstaltung unter Anwesenheit eines Experten präsentiert werden. Leider musste die Präsentation aufgrund der Coronapräventionsmaßnahmen eingeschränkt werden. Die Schüler*innen stellten ihre Projekte nur einer unabhängigen Jury vor, die die kreativsten und beeindruckendsten Projekte mit Sachpreisen prämierte und allen teilnehmenden Schüler*innen Urkunden und Süßes überreichte.
Science Fair Science Fair
ReRead_Bücherwagerl ReRead_Bücherwagerl
TheYoungLessings_Klimaschutzprojekt TheYoungLessings_Klimaschutzprojekt
Empört euch! Empört euch!
Naturkosmetikworkshop Naturkosmetikworkshop
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 3

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
Das Schuljahr 2019/20 war vor allem im zweiten Semester von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geprägt. Diese stellten auch am Schulzentrum Lessinggasse eine besondere Herausforderung dar, die die Umsetzung mancher Projekte erschwerte. Dennoch konnten wir auch im Schuljahr 2019/20 viele Maßnahmen und Ideen erfolgreich realisieren. Und aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben!

SORGSAMER UND NACHHALTIGER UMGANG MIT RESSOURCEN
Die im Schuljahr 2018/19 eingeführte Mülltrennung wurde auf nahezu alle Klassen des Schulzentrums Lessinggasse ausgeweitet, womit wir das Ziel, das wir uns für das Schuljahr 2019/20 gesetzt haben, erreicht haben.
Auch in diesem Schuljahr wurden noch verwendbare Schulmaterialien erfolgreich zur freien Entnahme innerhalb der Schule angeboten und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Projekt Ute Bock wurde weiterverfolgt.
Seit dem Schuljahr 2019/20 gibt es das neue Lesewagerl, das aus einem alten Einkaufswagerl gebaut wurde und sowohl als Bücherregal als auch als Sitzgelegenheit dient. Angeboten werden ausgemusterte Bücher und Zeitschriften aus der Schulbibliothek. Da aufgrund des Umzugs in ein neues Schulgebäude im Herbst des Schuljahres 2020/21 nicht nur die Schulbibliothek sondern auch die zahlreichen Kustodiate entrümpelt wurden, entstand ein Flohmarkt für Schätze und noch Geschätztes, der sehr gut angenommen wurde.
Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stand auch eine Sciene Fair zu diesem Thema, die mit Schüler*innen der 6. Klassen durchgeführt wurde (siehe detaillierte Beschreibung). Dieses Projekt konnte trotz der vorhergehenden Schulschließung im Juni zu einem erfolgreichen und schönen Abschluss gebracht werden.

VERSTÄRKTE KOOPERATION ZUR BEWUSSTSEINSBILDUNG
Im Schuljahr 2018/19 wurde die Zusammenarbeit zwischen ÖKOLOG und UNESCO verstärkt. Aus dieser Zusammenarbeit ist im Schuljahr 2019/20 der erste UNESCO-Tag hervorgegangen, der neben sozialen und sozialpolitischen auch ökologische Themen behandelte.
Die Grundidee dieser Veranstaltung war, dass sich Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs an einem Tag konzentriert in Workshops mit UNESCO-relevanten Themen und den SDGs auseinandersetzten. Dadurch sollte auch die Tatsache, dass wir diesen Zielen besonders verpflichtet sind, stärker im Bewusstsein verankert werden. Für diesen ersten Tag entschieden wir uns für eine breite Themenstreuung, um einerseits auf unterschiedliche Interessen von Schülerinnen und Schülern aller 6. Klassen (176 Schüler*innen) eingehen zu können und um andererseits einen Eindruck von der Vielfalt der Aufgaben der UNESCO zu vermitteln. Dafür wurden Referentinnen und Referenten unterschiedlichster Organisationen in die Schule eingeladen. Einige Workshops fanden auch auswärts statt. Die Schüler*innen beschäftigten sich u. a. mit der Armut und Obdachlosigkeit in Österreich, Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit, mit verschiedenen Aspekten von Konsum, Flucht, Asyl und Integration sowie der Smart City Seestadt Aspern, um nur einige der zahlreichen Themen aufzuzählen.

SELBSTKOMPETENZ UND (SOZIALE) VERANTWORTUNG
Neben der Peermediation ist auch das Tutor*innensystem „Gemeinsam erfolgreich“ mittlerweile sehr gut an der Schule etabliert.

ACHTSAMER UMGANG MIT DER EIGENEN GESUNDHEIT UND GESUNDE ERNÄHRUNG
Das Projekt „Apfeltag“, im Rahmen dessen Äpfel kostenfrei für alle Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt werden, wurde auch in diesem Schuljahr durchgeführt, ebenso wie Workshops zu Themen der gesunden Ernährung.
Einige Schülerinnen der 7. Klasse nutzten in diesem Schuljahr die Gelegenheit und stellten Naturkosmetik im Rahmen eines Workshops nach einfachen Rezepten her. Mit biologischen Zutaten wurden geschmeidiger Lippenbalsam, duftendes Deodorant und reichhaltige Handcreme gemacht und in wiederverwendbaren Gefäße abgefüllt. Die selbstgemachten Produkte lassen sich wunderbar anwenden und sehen obendrein sehr schön aus. Es ist manchmal so einfach, etwas Gutes für sich und die Umwelt zu tun!

BEWUSSTER UND KRITISCHER UMGANG MIT DER AKTUELLEN UMWELTSITUATION
Unsere Schüler*innen der Unterstufe und auch der Oberstufe nutzten unterschiedliche Kanäle, um auf die ökologischen Probleme und Herausforderungen aufmerksam zu machen und andere dafür zu sensibilisieren.
Schüler*innen der Unterstufe beschäftigten sich intensiv mit dem Klimaschutz und gestalteten dazu zahlreiche Beiträge, die sie im Rahmen einer Klimaschutzserie auf ihrem Kreativ-Onlineblog „the young lessings“ veröffentlichten (https://theyounglessings.com/tag/klimaschutz/). So entstanden kritische Bilder, die zum Nachdenken und Handeln anregen, sowie lehrreiche Texte und eindrückliche Apelle.
Durch die „Fridays-for-Future“-Bewegung ermutigt, artikulieren immer mehr Jugendliche auch lautstark ihre Wünsche, Ängste und Sorgen. Um ihre Anliegen auch abseits der Demos in Bild und Wort mitzuteilen, gestalteten die Schüler*innen mit Mitteln der visuellen Werbung Transparente für eine Ausstellung im Schulhaus. Die Entwürfe für ihre Demo-Transparente präsentierten die Schüler*innen als modellhafte Kundgebung selbst – in Form kleiner Drahtfiguren.

Viele weitere, in vorhergehenden Jahresberichten dokumentierte Maßnahmen sind mittlerweile gut verankert. Zahlreiche Lehrer*innen bemühen sich in diversen Unterrichtsfächern um umweltsensible und ÖKOLOG-orientierte Themen und Projekte.

Durch all diese Maßnahmen und Projekte setzten sich die Schüler*innen der Lessinggasse auch im Schuljahr 2019/20 kritisch und aktiv mit der Umwelt auseinander. Das stärkt das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit der Schüler*innen.

Maßnahmen im Sinne des ÖKOLOG und der Nachhaltigkeit am neuen Schulstandort Lessinggasse zu etablieren, ist das große Ziel für das Schuljahr 2020/21. Unter anderem ist auch die erste Unverbindliche Übung zum Thema Umweltbildung und Nachhaltigkeit konkret geplant, was uns sehr freut.

Maßnahme im Detail

Bitte beschreiben Sie hier eine Maßnahme / ein Projekt näher. Diese Beschreibung wird als Inhaltsangabe Ihres Berichts verwendet.
Das Wissen über ökologische Herausforderungen ist bei Schüler*innen mittlerweile gut verankert. Maßnahmen des Umweltschutzes werden den Schüler*innen jedoch häufig als ausgearbeitete Initiativen vorgesetzt, mit denen sie sich oft nicht identifizieren können.
Eine Möglichkeit, eine bewusste und vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema zu erreichen, ist eine sog. Science Fair (Forschungsausstellung). Angelehnt ist dieses Projekt an das amerikanische Schulsystem und steht unter dem Motto „Hands-on Science“. Der zugrundeliegende Gedanke war, dass selbstentwickelte Maßnahmen eher umgesetzt werden als solche, die von Fremden vorgeschrieben werden. Frei nach dem Motto: Mittendrin statt nur dabei!
Das Projekt war in mehrere Phasen gegliedert. Zuerst recherchierten die Schüler*innen zum vorgegebenen Thema Nachhaltigkeit. Sie bereiteten sich so grundlegend auf das Thema vor und entwickelten eigenständig Möglichkeiten, im (Schul)alltag nachhaltig zu leben. Um ihre Ideen wissenschaftlich zu untermauern, entwickelten sie passende Fragestellungen und führten Experimente durch.
Die Schüler*innen zeigten viel Kreativität und Arbeitseinsatz bei der Bearbeitung unterschiedlichster Themen: So wurde der Wasserverschwendung entgegengewirkt, indem ein Wasserhahn kreativ manipuliert oder eine wassersparende Toilettenspülung entwickelt wurde. Es wurde eine automatische Bewässerungsanlage für Pflanzen gebaut, die das Raumklima verbessern. Auch wurde untersucht, was man gegen die Lebensmittelverschwendung machen kann. Weitere Projekte befassten sich mit der Vermeidung von Plastik(müll) im Schulalltag, indem eine Alternative zur Plastikflasche entwickelt oder der Möglichkeiten eines nachhaltigen Schulbuffets nachgegangen wurde. Auch das Konzept einer Tauschbörse wurde ausgearbeitet. Und es ist tatsächlich möglich, im Klassenzimmer im Kleinen zu kompostieren! Durch die vertiefte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen, wurden sich die Schüler*innen ihres Verhaltens bewusster und begannen, das Verhalten zu reflektieren und zu ändern.
Die Ergebnisse des Projektes sollten in einer öffentlichen Veranstaltung unter Anwesenheit eines Experten präsentiert werden. Leider musste die Präsentation aufgrund der Coronapräventionsmaßnahmen eingeschränkt werden. Die Schüler*innen stellten ihre Projekte nur einer unabhängigen Jury vor, die die kreativsten und beeindruckendsten Projekte mit Sachpreisen prämierte und allen teilnehmenden Schüler*innen Urkunden und Süßes überreichte.

Handlungsbereiche
Einsparen von Ressourcen, Reduzieren von Emissionen, Mobilität und Verkehr

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
40

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Die Schüler*innen fanden nach eigenem Interesse individuelle Zugänge zum Projekt. Die Aufgaben wurden nach Interesse und Vorlieben, nicht nach Geschlechterzugehörigkeit vergeben.

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Die Schüler*innen arbeiteten zu Hause und erzählten dort von dem durchgeführten Projekt und ihren Erlebnissen. Die Abschlusspräsentation sollte öffentlich, d. h. für alle Interessierte zugänglich, sein. Aufgrund der speziellen Umstände im zweiten Semester musste leider von der Teilnahme interessierter Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen Abstand genommen werden. Das Projekt konnte aber auch von Außenstehenden auf der Schulhomepage mitverfolgt werden.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Es wurde eine Abschlusspräsentation durchgeführt. Die Schüler*innen präsentierten ihre Projekte einer Jury und den Klassenkolleg*innen, die daraufhin die kreativsten und außergewöhnlichsten Projekte prämierten. Alle teilnehmenden Schüler*innen erhielten Urkunden und eine nachhaltige süße Belohnung. Die prämierten Projekte wurden mit zusätzlichen Sachpreisen belohnt. Aufgrund der Corona-Pandemie war leider die ursprünglich geplante Teilnahme von Eltern, Freund*innen und interessierten Lehrer*innen nicht möglich.
ÖKOLOG-basierte Maßnahmen werden ebenso ganzjährig an der ÖKOLOG-Pinnwand der Schule sowie am Tag der Wiener Schulen und am Tag der Offenen Tür präsentiert. Weiters werden die Projekte auf der Schulhomepage dokumentiert.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Es wurden Feedbackgespräche mit Schüler*innen, Lehrer*innen und der Direktion geführt.

Diese Maßnahme / dieses Projekt war ein Beitrag zu unserem Jahresziel "..."
Selbstkompetenz, Verantwortung, Teamfähigkeit, nachhaltige Lebensweise etc.

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Allem voran an der Freude und dem Einsatz, mit denen das Projekt von den Schüler*innen aufgenommen und durchgeführt wurde und an der Veränderung des Verhaltens der Schüler*innen. Die Begeisterung der Jury über die kreativen Ideen der einzelnen Arbeitsgruppen und auch der Wunsch und der Wille, ein vergleichbares Projekt im kommenden Schuljahr durchzuführen, zeigen den Erfolg des Projekts an.

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Dieses Projekt macht einerseits die Kreativität der Schüler*innen sichtbar und lenkt auch auf die Bedeutung und Faszination der Naturwissenschaften. Jeder Mensch kann große Impulse setzen. Achtsamkeit und ein Umdenken im Sinne des ökologischen Gedankens und der Nachhaltigkeit sind zu spüren und zu sehen. Schüler*innen entwickeln eigene Ideen und werden kreativ.

Wo liegen unsere Stärken?
Eine unserer Stärken ist der Zusammenhalt und die Teamfähigkeit der gesamten Schulgemeinschaft. Besonders stark macht unsere Schule die Bereitschaft der Schüler*innen, Lehrer*innen und auch der Schulwart*innen zusammenzuarbeiten und sich für die Anliegen der Schule einzusetzen. Auch das vorliegende Projekt und seine Präsentation unter den erschwerten Bedingungen hat diese Stärke deutlich gemacht.
Weitere Stärken sind Durchhaltevermögen und Flexibilität, sodass auch größere und langfristige Projekte abgewickelt werden können und dass auch alternative Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, wodurch Projekte gut abgeschlossen und auch weitergeführt werden können.

Netzwerke
Unsere Schule ist auch noch Mitglied von anderen Netzwerken
Erasmus+

Weitere Netzwerke
Science Center Netzwerk