ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

"Be(e) lessig" – Bienen am Schuldach und Schulbegrünung der Lessinggasse

Jahresbericht des Schuljahres 2020/2021

Schule: BRG/BORG II Lessinggasse
KoordinatorIn: Dr. Penkner Alexandra
DirektorIn: DI Mag. Graf Roman
Handlungsbereiche:
  • Natur erleben im Schulumfeld
  • Gestalten von Schul- und Freiräumen
  • Schulklima und Partizipation
Inhalt
Wir sind ausgesprochen glücklich darüber, dass im Mai 2021 am Dach der Schule zwei Bienenvölker und Beuten eingezogen sind. Diese werden von zwei Lehrern und Imkern mit viel Engagement betreut. Die ersten Schüler*innen konnten bereits vor den Sommerferien durch die Glasscheibe der Beobachtungsbeute den Bienen bei ihrem Treiben im Bienenstock zusehen. Die Bepflanzung der Hochbeete auf dem Schuldach wurde auch an die Bedürfnisse der Bienen angepasst. Unsere neuen Bewohner fanden Gefallen an den zur Verfügung gestellten Nektarquellen. Deutlich wurde das auch, als wir am Ende des Schuljahres den ersten Honig aus eigener Imkerei verkosten durften. Dieser schmeckte herrlich!

Auf eine Begrünung warteten zwei große Innenhöfe und insgesamt 35 Pflanzentröge auf der Dachterrasse. Die Innenhöfe wurden mit Kletterpflanzen, Pflanztrögen und Bäumen ausgestattet. Die Tröge am Schuldach wurden sowohl von Schulklassen mit Blütenpflanzen und Gemüse als auch von gartenaffinen Lehrer*innen bepflanzt und gemeinschaftlich gepflegt. Die Bepflanzung durch Schüler*innen erfolgte im Rahmen unterschiedlicher Projekte. Die reichhaltige Gemüseernte vor den Sommerferien zeigte auch, dass sich die intensive Pflege auszahlte.

Wie erwähnt, erfolgte die Bepflanzung der Hochbeete im Rahmen diverser Projekte. Eines soll hier stellvertretend beschrieben werden:
Die Klasse 2A führte ein Projekt zum „Tag der Mutter Erde“ durch. Am 22. April machten sich die Schüler*innen in einer Online-Stunde Gedanken, wie sie mit ihrem Handeln Gutes auf Mutter Erde bewirken können. Es tauchten Botschaften auf wie "Ich werde mit meinem Papa gemeinsam Gemüse anpflanzen.“, „Ich werde auf der Terrasse Blumen für die Bienen pflanzen.“, „Ich werde weniger Fleisch essen.“, „Ich werde mehr öffentlich fahren.“ Die Vorsätze wurden aufgegriffen und die Bepflanzung von zwei Hochbeeten wurde geplant. Schließlich säten zwei Schülerinnen mit dem Klassenvorstand Kresse, Radieschen und Blumen. Sie bemalten und beschrifteten Holzplättchen, die sie auf Holzleisten aufklebten und ins Hochbeet steckten.
Die guten Vorsätze vom Tag der Mutter Erde wurden zusätzlich auf bunte Stofffahnen geschrieben und zu einer Fahnenkette zusammengebastelt. Diese Fähnchen zieren nun die Tröge. Bei einem gemeinsamen Klassen"ausflug" auf die Dachterrasse befestigten die Schüler*innen die Fähnchen in den Hochbeeten und ernteten auch schon die erste Kresse und Schnittlauch. Diese frischen Vitamine wurden sogleich auf dem Butterbrot verzehrt.
Design einer Abfallabsauganlage Design einer Abfallabsauganlage
Pflanzenbeet einer Unterstufenklasse Pflanzenbeet einer Unterstufenklasse
Memory nachhaltige Alltagsprodukte Memory nachhaltige Alltagsprodukte
Bienen auf der Dachterrasse Bienen auf der Dachterrasse
Unsere neuen Bienenstöcke Unsere neuen Bienenstöcke
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 8

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
Das Schuljahr 2020/21 war zum einen vom Umgang mit der Corona-Pandemie und zum anderen von unserem Umzug in das neue Schulgebäude in den zweiten Wiener Gemeindebezirk geprägt. Letzterer fand unmittelbar vor den Herbstferien und dem Lockdown statt. Die darauffolgende Gestaltung des neuen Schulgebäudes, die vor den schulischen Herausforderungen der Corona-Pandemie stattfand, war Freude und eine große Aufgabe zugleich. Wir sind stolz darauf, dass es uns gelungen ist, im Schuljahr 2020/21 viele Vorhaben erfolgreich zu realisieren.

Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Das Vorhaben, eine flächendeckende Mülltrennung im gesamten Schulgebäude einzuführen, wurde zum überwiegenden Teil erfüllt. In sämtlichen Gängen und Aufenthaltsräumen befinden sich entsprechend ausgewiesene Papiermüll-, Plastik/Metallmüll- und Restmüllbehälter. Auch der Großteil der Sonderunterrichtsräume und der Klassen ist mit Behältern zur Mülltrennung ausgestattet. Mit dieser Maßnahme ist es möglich, Wertstoffe dem Recycling zuzuführen.
Auch die Betreiberinnen unseres neuen Schulbuffets achten darauf, dass Lebensmittel nachhaltig eingesetzt werden und möglichst wenig Müll anfällt.
Die geplante Begrünung des neuen Schulgebäudes und das Einrichten von Bienenstöcken auf der Dachterrasse konnten ebenfalls realisiert werden (siehe Maßnahme im Detail).

Bewusster und kritischer Umgang mit der aktuellen Umwelt(situation)
Zahlreiche Lehrer*innen bemühten sich in diversen Unterrichtsfächern um umweltsensible und ÖKOLOG-orientierte Themen und Projekte. Im Folgenden werden einige Projekte vorgestellt:
In der Lernwerkstatt der Unterstufe lernten die Schüler*innen die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele kennen. In Kleingruppen setzten sie sich mit den selbst gewählten Themenschwerpunkten „Natürliche Ressourcen, Klimawandel, Verschmutzung der Meere, Bedeutung von Wäldern und erneuerbarer Energie“ intensiv auseinander und bereiteten Präsentationen vor.
Eine weitere Unterstufenklasse nahm in der letzten Schulwoche im Rahmen der Ehrenamtswoche am Projekt „Auputztag“ im Nationalpark Donau-Auen teil. Die Schüler*innen sammelten mehrere Stunden Müll, trennten und entsorgten diesen anschließend korrekt.
Neben der wiederholten Abhaltung eines Workshops zur Herstellung von Naturkosmetik und der Einrichtung eines Aquariums wurden auch in der Oberstufe weitere Projekte umgesetzt. Schüler*innen suchten z. B. nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Alternativen zu selbst gewählten herkömmlichen Alltagsprodukten. Neben einer Begründung der besseren Umweltverträglichkeit der alternativen Produkte, war es auch wichtig herauszufinden, wo und zu welchem Preis diese erhältlich sind. So stellte sich heraus, dass umweltfreundlicher nicht auch unbedingt teurer bedeutet. Die Paare aus konventionellen Produkten und umweltfreundlichen Alternativen wurden schließlich in Form eines Memorys festgehalten.
Eine weitere Klasse beschäftigte sich im Englischunterricht auf vielfältige Weise mit den Themen Klimawandel, Umweltschutz, nachhaltige Lösungen für die Zukunft und übte sich in faktenbasiertem Diskutieren.
Inspiriert von einem Onlinevortrag des Designers Dr. Harald Gründl und dem forscherischen Zugang der Designfirmen Eoos und Eoos Next zur Entwicklung von intelligenten und klimaschonenden Designprodukten startete eine sechste Klasse im Fach „Bildnerisches Gestalten und Werken“ ein Projekt zum ökologischen, nachhaltigen und sozialen Produktdesign. In mehreren Schritten wurden eigene möglichst klimaneutrale Designentwürfe wie eine Abfallabsauganlage, ein Sensor für das Einsparen von Wasser oder die Stromgewinnung im Fallrohr einer Regenrinne gestaltet. Im Plenum wurden diese Designideen auf ihre Funktionalität und auf Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit besprochen.

Viele weitere, in vorhergehenden Jahresberichten dokumentierte, Maßnahmen wie z. B. das Tutor*innensystem, die Spende von verwaisten Kleidungsstücken und die Wiederverwendung von Schulbüchern sind mittlerweile gut verankert. Durch einen geschützten Fahrradabstellplatz im neuen Schulgebäude stieg auch die Zahl der Lehrer*innen, die mit dem Fahrrad zur Schule kommen.

Langfristige Maßnahmen und Projekte im Sinne des ÖKOLOG und der Nachhaltigkeit am neuen Schulstandort Lessinggasse weiterzuverfolgen und zu vertiefen, ist das große Ziel für das Schuljahr 2021/22. Für das kommende Schuljahr ist ebenso die erneute Durchführung eines UNESCO-Tages geplant, der heuer leider nicht durchgeführt werden konnte.

Maßnahme im Detail

Bitte beschreiben Sie hier eine Maßnahme / ein Projekt näher. Diese Beschreibung wird als Inhaltsangabe Ihres Berichts verwendet.
Wir sind ausgesprochen glücklich darüber, dass im Mai 2021 am Dach der Schule zwei Bienenvölker und Beuten eingezogen sind. Diese werden von zwei Lehrern und Imkern mit viel Engagement betreut. Die ersten Schüler*innen konnten bereits vor den Sommerferien durch die Glasscheibe der Beobachtungsbeute den Bienen bei ihrem Treiben im Bienenstock zusehen. Die Bepflanzung der Hochbeete auf dem Schuldach wurde auch an die Bedürfnisse der Bienen angepasst. Unsere neuen Bewohner fanden Gefallen an den zur Verfügung gestellten Nektarquellen. Deutlich wurde das auch, als wir am Ende des Schuljahres den ersten Honig aus eigener Imkerei verkosten durften. Dieser schmeckte herrlich!

Auf eine Begrünung warteten zwei große Innenhöfe und insgesamt 35 Pflanzentröge auf der Dachterrasse. Die Innenhöfe wurden mit Kletterpflanzen, Pflanztrögen und Bäumen ausgestattet. Die Tröge am Schuldach wurden sowohl von Schulklassen mit Blütenpflanzen und Gemüse als auch von gartenaffinen Lehrer*innen bepflanzt und gemeinschaftlich gepflegt. Die Bepflanzung durch Schüler*innen erfolgte im Rahmen unterschiedlicher Projekte. Die reichhaltige Gemüseernte vor den Sommerferien zeigte auch, dass sich die intensive Pflege auszahlte.

Wie erwähnt, erfolgte die Bepflanzung der Hochbeete im Rahmen diverser Projekte. Eines soll hier stellvertretend beschrieben werden:
Die Klasse 2A führte ein Projekt zum „Tag der Mutter Erde“ durch. Am 22. April machten sich die Schüler*innen in einer Online-Stunde Gedanken, wie sie mit ihrem Handeln Gutes auf Mutter Erde bewirken können. Es tauchten Botschaften auf wie "Ich werde mit meinem Papa gemeinsam Gemüse anpflanzen.“, „Ich werde auf der Terrasse Blumen für die Bienen pflanzen.“, „Ich werde weniger Fleisch essen.“, „Ich werde mehr öffentlich fahren.“ Die Vorsätze wurden aufgegriffen und die Bepflanzung von zwei Hochbeeten wurde geplant. Schließlich säten zwei Schülerinnen mit dem Klassenvorstand Kresse, Radieschen und Blumen. Sie bemalten und beschrifteten Holzplättchen, die sie auf Holzleisten aufklebten und ins Hochbeet steckten.
Die guten Vorsätze vom Tag der Mutter Erde wurden zusätzlich auf bunte Stofffahnen geschrieben und zu einer Fahnenkette zusammengebastelt. Diese Fähnchen zieren nun die Tröge. Bei einem gemeinsamen Klassen"ausflug" auf die Dachterrasse befestigten die Schüler*innen die Fähnchen in den Hochbeeten und ernteten auch schon die erste Kresse und Schnittlauch. Diese frischen Vitamine wurden sogleich auf dem Butterbrot verzehrt.

Handlungsbereiche
Natur erleben im Schulumfeld, Gestalten von Schul- und Freiräumen, Schulklima und Partizipation

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
120

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Die Schülerinnen und Schüler fanden nach eigenem Interesse individuelle Zugänge zum Projekt. Die Aufgaben wurden nach Interessen und Vorlieben, nicht nach Geschlechterzugehörigkeit vergeben.

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Es wurde Kontakt mit der ÖKOLOG-Landeskoordination aufgenommen, um außerschulische Finanzierungsmöglichkeiten des Projektes zu klären. Weiters kann das Projekt von Außenstehenden auf der Schulhomepage mitverfolgt werden.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Die gesetzten Maßnahmen wurden auf der Schulhomepage vorgestellt und sind somit einem breiten Publikum zugänglich. Weiters können Besucher*innen unserer Schule v. a. die Begrünung der Innenhöfe unmittelbar nach dem Betreten des Schulgebäudes sehen.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Es wurden Feedbackgespräche mit Schüler*innen, Lehrer*innen, dem Verwaltungsteam und den Schulwart*innen geführt.

Diese Maßnahme / dieses Projekt war ein Beitrag zu unserem Jahresziel "..."
Etablierung der Grundlagen für ein Zusammenleben nach ökologischen Gesichtspunkten im neuen Schulgebäude

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Der grundlegendste Erfolg ist wohl, dass die Bienenvölker gesund sind und die Pflanzen gedeihen. Erkennbar war der Erfolg dieser Maßnahme auch an der Freude und dem Einsatz, mit denen dieses Projekt von der Schulgemeinschaft durchgeführt wurde. Wir erhielten ebenso zahlreiche positive Rückmeldungen, die bestätigten, dass dieses Projekt die Atmosphäre des Schulgebäudes deutlich verbesserte. Und wurde diese Veränderung nicht direkt angesprochen, so merkte man es an den vielen Schüler*innen und Lehrer*innen, die sich gerne in den Schulhöfen oder auf der Dachterrasse aufhielten.

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Es wurden neue Lernorte aber auch Lebensorte geschaffen, die das Schulklima nachhaltig positiv beeinflussen. Die Schulgemeinschaft nützt die Innenhöfe und die Dachterrasse zum einen als Freiluftklassen. Zum anderen verbringen die Schüler*innen ihre Pausen und ihre Freizeit gerne in den Innenhöfen. Sie fühlen sich an diesen Orten wohl.
Unbestritten stiegt auch das Interesse an der Lebensweise und der ökologischen Bedeutung der Honigbiene. Der Einzug der Biene hat auch den Weg für die Entwicklung eines neuen Unterrichtsgegenstands geebnet.
Auch der Wunsch, die Schulgestaltung weiterzuverfolgen, taucht von Schüler*innenseite immer wieder auf. Es scheint, als sei ein Umdenken im Sinne des ökologischen Gedankens und der Nachhaltigkeit zu sehen, zu spüren und zu erleben.

Wo liegen unsere Stärken?
Eine unserer Stärken ist der Zusammenhalt und die Teamfähigkeit der gesamten Schulgemeinschaft. Besonders stark macht unsere Schule die Bereitschaft der Schüler*innen, Lehrer*innen und auch der Schulwart*innen zusammenzuarbeiten und sich für die Anliegen der Schule einzusetzen. Deutlich wurde das auch durch die selbstverständliche und gemeinschaftliche Pflege der Pflanzen und Bienen während der Sommerferien 2021. Weitere Stärken sind Beharrlichkeit und Flexibilität, sodass auch größere und langfristige Projekte erfolgreich abgewickelt werden können. Diese Stärke wird auch in den kommenden Schuljahren noch gefragt sein, denn die Schulbegrünung ist noch nicht abgeschlossen.

Netzwerke
Unsere Schule ist auch noch Mitglied von anderen Netzwerken
Erasmus+

Weitere Netzwerke
Science Center Netzwerk